Italien Mafia-Morde in Duisburg: Flüchtiger 'Ndrangheta-Boss gefasst

  • Der 'Ndrangheta-Boss Santo Vottari gehörte zu den meistgesuchten Verbrechern in Europa. Er war bereits zu 30 Jahren Haft verurteilt worden.
  • Neben seiner Mittäterschaft in Duisburg soll Vottari noch einen weiteren Mord und drei Mordversuche begangen haben.

Sechs Menschen wurden am 15. August 2007 vor einem italienischen Restaurant in Duisburg getötet. Grund für das Verbrechen war eine Fehde zwischen zwei verfeindeteten 'Ndrangheta Clans, den Nirta-Strangio und den Pelle-Vottari. Jetzt, zehn Jahre später, ist ein flüchtiger mutmaßlicher Mittäter in Italien gefasst worden. Der Boss der 'Ndrangheta, Santo Vottari, wurde in einem Bunker-Versteck in Kalabrien entdeckt und verhaftet, teilte die Polizei am Mittwoch im süditalienischen Reggio Calabria mit.

Der 44-Jährige gehörte zu den meistgesuchten Verbrechern in Europa. Er war bereits zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Vottari war nach dem Vorfall vor zehn Jahren, der damals als die "Mafiamorde von Duisburg" für Aufsehen sorgte, untergetaucht. Der Haupttäter Giovanni Strangio war bereits vier Jahre nach dem Vorfall zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Neben seiner Mittäterschaft in Duisburg wird der 'Ndrangheta-Boss beschuldigt, 2006 die Frau des Oberhaupts eines verfeindeten Mafia-Clans umgebracht und drei weitere Mordversuche begangen zu haben.

Die in der Region Kalabrien beheimatete 'Ndrangheta gilt als die mächtigste der italienischen Mafiaorganisationen, die mittlerweile auch in Deutschland und im Rest der Welt sehr aktiv ist. Italiens Verteidigungsministerin Roberta Pinotti gratulierte den Einsatzkräften für die "brillante Operation".

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