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Seebeben vor Indonesien:Mehr als 20 Tote und viele Vermisste

Naturgewalten halten Indonesien in Atem: Während auf Java der Vulkan Merapi kurz vor einem Ausbruch zu stehen scheint, bebt der Meeresboden vor der Insel Sumatra. Mit fatalen Folgen.

In Indonesien sind bei einem Erdbeben vermutlich Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden mitteilten, starben 23 Menschen auf den Mentawai-Inseln westlich von Sumatra, 167 weitere würden vermisst. Das Beben der Stärke 7,7 hatte am Montagabend die indonesische Westküste erschüttert.

Bewohner von Padang in Westsumatra fliehen in höher gelegene Lagen: Ein starkes Erdbeben hat in der Region bisher 23 Menschen das Leben gekostet.

(Foto: AP)

Mindestens 3000 Menschen flüchteten in Notunterkünfte, wie ein Sprecher des Katastrophenschutzes erklärte. Die Besatzungen mehrerer Schiffe in der Region werden noch vermisst.

Rettungsteams suchten zudem nach einer Gruppe von australischen Touristen, die zum Zeitpunkt des Erdbebens in einem Boot nahe den Mentawai-Inseln unterwegs waren. Die Organisation SurfAid International teilte mit, sie habe den Kontakt zu dem Boot verloren, auf dem sich vermutlich neun Australier befänden. Mit einem Boot und einem gecharterten Flugzeug werde nach den Vermissten gesucht.

Das Epizentrum des Bebens lag westlich von Sumatra unter dem Meeresboden in 20 Kilometern Tiefe, etwa 280 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Padang.

Die indonesischen Behörden hatten eine Tsunami-Warnung nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum erklärte jedoch später, das Beben habe "einen großen Tsunami ausgelöst". Nach Angaben des Krisenstabs im indonesischen Gesundheitsministerium gab es drei Meter hohe Wellen auf der Insel Südpagai, die zu den Mentawai-Inseln gehört. Das Wasser sei 600 Meter weit ins Landesinnere geschwemmt und habe Hunderte Häuser mit sich gerissen.

Im Dorf Muntei Baru auf Silabu wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes 80 Prozent der Häuser zerstört. In manchen Gegenden reiche das Wasser bis zu den Hausdächern. "200 Leichensäcke sind auf dem Weg zu uns, nur für alle Fälle", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Indonesien liegt im pazifischen "Feuerring" mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu seismischen Erschütterungen führen. Derzeit ist auf der Insel Java der 3000 Meter hohe Merapi-Vulkan aktiv, viele Anwohner sind auf der Flucht. Experten befürchten einen verheerenden Ausbruch.

Das schwerste Beben der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich im Dezember 2004 vor der Insel Sumatra und löste einen Tsunami aus, der rund um den Indischen Ozean mehr als 230.000 Menschen das Leben kostete.

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