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Indien:Vergewaltigungsopfer stirbt an Verbrennungen

Proteste gegen Vergewaltigungen in Indien

Proteste gegen Vergewaltigungen in Indien.

(Foto: dpa)

Eine 23-Jährige will nach einer Gruppenvergewaltigung vor Gericht aussagen. Auf dem Weg zur Anhörung wird sie mit Kerosin übergossen und angezündet. Täter sollen die mutmaßlichen Vergewaltiger sein.

Die junge Frau, die am Donnerstag auf dem Weg zu einem Gerichtstermin von einer Gruppe von Männern mit Kerosin übergossen und angezündet wurde, erlag nun ihren Verbrennungen. Das berichten indische Medien. Die 23-Jährige war ein Dreivierteljahr zuvor Opfer einer Gruppenvergewaltigung in Nordindien geworden. Der Angriff auf die Frau geschah auf dem Weg zu einer Anhörung vor Gericht.

Die junge Frau sei am Donnerstagmorgen unterwegs zum Bahnhof gewesen, als fünf Männer sie auf ein Feld zerrten, mit Benzin übergossen und angezündet hätten, meldete die Zeitung India Today. Hinter dem Mordanschlag werden die mutmaßlichen Vergewaltiger der Tat vom März vermutet. Augenzeugen hätten die in Flammen stehende Frau gesehen und die Polizei gerufen, die alle Angreifer habe festnehmen können.

Nach der Gruppenvergewaltigung vor zehn Monaten, nach der die junge Frau Anzeige erstattet hatte, waren demnach nur drei von fünf Tätern gefasst worden. Zwei der mutmaßlichen Vergewaltiger sollen nach Aussagen des Opfers zu den Angreifern vom Donnerstag gehören, wie die Times of India meldete.

Die Frau starb an einem Herzstillstand

Die 23-Jährige war Berichten zufolge am Donnerstag in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Neu-Delhi geflogen worden, wo ihre Verbrennungen behandelt werden sollten. Nun starb die Frau in der Nacht zum Freitag. Sie habe einen Herzstillstand erlitten, sagte der Chef der Abteilung für Brandverletzungen, Shalabh Kumar, der Nachrichtenagentur Reuters. Ihre Haut sei unterschiedlichen Angaben zufolge zu zwischen 70 und 95 Prozent verbrannt gewesen. Auch die Luftröhre habe Verbrennungen erlitten, giftige heiße Gase hätten ihre Lungen gefüllt.

Brutale Vergewaltigungen und Mordanschläge auf aussagewillige Opfer sorgen in Indien immer wieder für Empörung. Auch eine Verschärfung der Gesetze 2013 hatte nach Einschätzung von Experten nicht die erhoffte abschreckende Wirkung. Im Jahr zuvor hatte eine grausame Vergewaltigung und Mord an einer Studentin in einem Stadtbus Neu-Delhi's zu wochenlangen Protesten mit der Forderung nach besserem Schutz für Frauen geführt.

© SZ.de/epd/aner/hij/mxh
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