bedeckt München 11°
vgwortpixel

Harvey Weinstein:Neue Anklage: Prozess gegen Ex-Filmmogul verschoben

Harvey Weinstein In Court For Arraignment Over New Indictment For Sexual Assault

Wegen einer neuen Anklage wurde der Prozess gegen Harvey Weinstein auf Januar 2020 verschoben.

(Foto: AFP)
  • Die Verhandlung soll erst im Januar 2020 beginnen.
  • Die Staatsanwaltschaft musste eine neue Anklage präsentieren, damit sie den Fall der Schauspielerin Annabella Sciorra, eines anderen mutmaßlichen Opfers, in den Prozess aufnehmen kann.
  • Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen hätten einvernehmlich stattgefunden.

Der für September angesetzte Missbrauchsprozess gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein wird wegen einer neuen Anklage verschoben. Das Gericht in New York entschied übereinstimmenden Medienberichten zufolge in einer Anhörung am Montag, dass die Verhandlung erst im Januar 2020 beginnen soll.

Die Staatsanwaltschaft musste eine neue Anklage präsentieren, damit sie unter anderem den Fall eines anderen mutmaßlichen Opfers von Weinstein in den Prozess aufnehmen konnte. Dabei handelt es sich um die Schauspielerin Annabella Sciorra, die einst bei den "Sopranos" mitgespielt hatte. Sie wirft Weinstein vor, sie 1993 vergewaltigt zu haben. Ihr Fall ist nach dem Gesetz im Bundesstaat New York zwar verjährt, doch die Staatsanwälte wollen mithilfe von Sciorra beweisen, dass Weinsteins Übergriffe auf Frauen einem Muster folgten.

Der Strafprozess gegen Weinstein sollte eigentlich am 9. September starten. Mehr als 80 Frauen hatten dem 67-Jährigen seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter auch namhafte Schauspielerinnen. Bei der Anklage in New York geht es allerdings nur um zwei Vorfälle aus den Jahren 2006 und 2013. Dem Ex-Filmmogul werden Vergewaltigung, kriminelle sexuelle Handlungen und räuberische sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Harvey Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen hätten einvernehmlich stattgefunden. Auch bei der Anhörung zur neuen Anklage am Montag plädierte er erneut auf "nicht schuldig".

© SZ.de/dpa/wib
Frauenrechte und Gleichberechtigung "Auf wessen Seite bist du?"

Weinstein-Prozess

"Auf wessen Seite bist du?"

Die Aufarbeitung der sexuellen Gewalttaten von Harvey Weinstein kommt nicht recht voran - auch, weil Weinstein seine Anwälte wechselte. Sie berieten auch schon eine der Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen.   Von Johanna Bruckner

Zur SZ-Startseite