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Großrazzia bei Bandidos:GSG-9-Einsatz gegen Rocker

1000 Polizisten, 70 durchsuchte Gebäude: Nach den Hells Angels geht die Polizei in Berlin und Brandenburg nun mit einer großangelegten Razzia gegen die Rockergruppe Bandidos vor. Auch Spezialkräfte der GSG 9 sind im Einsatz.

Erneute Großrazzia im Rocker-Milieu: Mit rund 1000 Beamten geht die Polizei seit dem frühen Morgen in Berlin und Brandenburg gegen die Rockerbande Bandidos vor. Bei der Aktion wurden etwa 70 Wohnungen, Arbeitsstätten und Vereinsheime durchsucht, auch Drogenspürhunde wurden eingesetzt, wie ein Polizeisprecher sagte. Darunter war auch ein Rockerclub im brandenburgischen Hennigsdorf bei Berlin bei dem die Spezialeinheit GSG 9 im Einsatz war.

Polizei- Razzia in Hennigsdorf

Polizei-Razzia in Hennigsdorf: Zwei mutmaßliche Mitglieder der Rockerbande sind von der Polizei festgesetzt worden.

(Foto: dpa)

Bei der Aktion in Hennigsdorf wurde ein Hund erschossen. Sieben Haftbefehle wurden bereits vollstreckt. Ob auch gegen den Henningsdorfer Club-Präsidenten Thorsten S., einen ehemaligen Polizisten, ein Haftbefehl vorliegt, konnte der Sprecher nicht sagen. Ziel sei es, gegen den organisierten Drogenhandel und die Bandenkriminalität vorzugehen. Die Aktion findet unter Federführung Berlins und mit Beamten aus mehreren Bundesländern statt.

An der Razzia waren den Angaben zufolge sowohl Polizisten aus Berlin und Brandenburg wie auch aus anderen Bundesländern beteiligt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit 2011 gegen die Rocker. Ein Verbot gegen das Chapter werde nicht ausgesprochen, sagte der Sprecher. Er betonte, dass der Einsatz bereits seit mehr als einem Monat geplant sei und nicht im Zusammenhang stehe mit Durchsuchungen und dem Verbot eines anderen Rockerclubs.

In den vergangenen Tagen hatte es in mehrere Razzien im Rockermilieu gegeben. Ende Mai war die Polizei in Berlin und Brandenburg gegen die mit den Bandidos verfeindeten Hells Angels vorgegangen, die in Berlin von Innensenator Frank Henkel (CDU) verboten wurden. Wegen eines Maulwurfs war die Berliner Ortsgruppe der Hells Angels aber vorgewarnt. Sie löste sich vor der Razzia selbst auf, Mitglieder liefen zu Brandenburger Gruppen über und brachten Vermögen vor dem Zugriff in Sicherheit. Die Polizei ermittelt in den eigenen Reihen wegen Geheimnisverrats.

In Potsdam wurde erst am Dienstagabend ein Vereinsheim der Hells Angels durchsucht. Dort war es die zweite Razzia binnen weniger Tage. Unter anderem wurden eine Machete, vier Einhandmesser und Pfefferspray beschlagnahmt.

© Süddeutsche.de/sebi/dapd/dpa
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