Großbritannien Tottenham: Szenen wie im Krieg

In der Nacht zum Sonntag hatten Gewalttäter ein ganzes Viertel im Stadtteil Tottenham überrollt. Randalierer setzten Häuser, Geschäfte und Supermärkte in Brand, zündeten Polizeiautos und einen Doppeldecker-Bus an und plünderten Läden. Von einigen Häusern blieben nur die Grundmauern, von Fahrzeugen nur Stahlgerippe übrig.

Enfield, London: Jugendliche werfen am Sonntagabend Steine auf Polizisten.

(Foto: AP)

Hintergrund war der noch nicht vollständig aufgeklärte Tod eines 29-Jährigen Familienvaters, der von einem Polizisten erschossen worden war. Eine ursprünglich friedliche Demonstration von Einheimischen, die Antworten auf Fragen nach dem Tod des Mannes vermissten, eskaliert dann in der Nacht auf Sonntag.

"Wir sahen uns anschließend einer Gewalt gegenüber, wie wir sie in diesem Ausmaß nicht erwarten konnten", sagte Adrian Hanstock von Scotland Yard. Die Downing Street sowie Innenministerin Theresa May verurteilten die Gewalt als "völlig unakzeptabel".

Die Familie des Getöteten und deren Umfeld glaubt nicht an die Version der Polizei, der 29-Jährige habe aus einem Taxi heraus das Feuer eröffnet. Eine polizeiinterne Untersuchung ist im Gange.