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Griechenland und Türkei:Zwei Tote nach starkem Erdbeben in der Ägäis

  • In der Ägäis hat sich ein Erdbeben der Stärke 6,5 ereignet.
  • Auf der griechischen Insel Kos kamen zwei Menschen ums Leben.
  • Von Kos und der Südwestküste der Türkei wurden insgesamt mehr als hundert Verletzte gemeldet.

Ein Erdbeben hat in der Nacht zum Freitag die Ägäis erschüttert. Bei dem Beben, das die Südwestküste der Türkei und vor allem die griechische Insel Kos traf, wurden zwei Menschen getötet. Nach ersten Polizeiinformationen kamen die Opfer aus der Türkei und Schweden. Mehr als hundert weitere wurden verletzt, fünf von ihnen schwer, wie es aus Diplomatenquellen hieß.

Das Beben traf nach ersten Erkentnissen hauptsächlich die gleichnamige Hauptstadt der Insel Kos. Dort sollen mehrere Gebäude beschädigt sein, ein älterer Bau sei eingestürzt und habe mehrere Menschen verletzt.

Die beiden Touristen waren in einem belebten Viertel der Stadt unterwegs, als sie vermutlich durch eine einstürzende Mauer einer Bar oder herabstürzende Steine anderer alter Gebäude getroffen wurden. Die beschädigten Gebäude seien größtenteils vor der Zeit gebaut worden, als Standards für erdbebensichere Häuser eingeführt wurden, sagte der Bürgermeister der Inselhauptstadt.

Der Erdstoß, der auch die türkische Stadt Bodrum traf, habe eine Stärke von 6,7 gehabt, hatte das US-Institut U.S. Geological Survey (USGS) zuvor mitgeteilt. Griechische Behörden verzeichneten die Stärke des Bebens auf 6,5.

Die Küstenwache von Kos teilte mit, dass der Hafen der Insel beschädigt wurde und dass eine Fähre, die dort eigentlich anlegen sollte, ihre Route ändern werde. Die Feuerwehr der Insel gab unabhängig davon bekannt, dass drei verschüttete Menschen gerettet wurden.

Das Erdbeben ereignete sich gegen 01.30 Uhr (Ortszeit). Nach Angaben türkischer Katastrophen-Behörden seien bis zu 20 Nachbeben verzeichnet worden. Die Gouverneurin der Küstenprovinz Muğla, Esengül Civelek, sagte, dass es dort nach ersten Erkentnissen auf türkischem Boden keine Toten gegeben habe. Es habe kleinere Verletzungen gegeben, nachdem Angst und Panik ausgebrochen war, sagte Civelek.

In Bitez, einem Ferienort rund sechs Kilometer westlich von Bodrum, liefen Anwohner verängstigt auf die Straßen. Hotelgäste kehrten kurz in ihre Zimmer zurück, um Habseligkeiten zu holen. Viele verbrachten die Nacht aber auf der Straße.

Unterirdische Bruchlinien

In beiden Ländern kommt es häufiger zu Erdbeben. Nach Angaben des USGS ereignete sich das Erdbeben in einer Tiefe von rund zehn Kilometern, etwa zehn Kilometer südlich von Bodrum und 16 Kilometer von Kos entfernt.

Die Türkei und Griechenland liegen auf aktiven Bruchlinien. Im Jahr 1999 hatten zwei zerstörerische Erdbeben den Nordwesten der Türkei heimgesucht. Rund 18 000 Menschen waren dabei ums Leben gekommen.

Kos ist derzeit dabei, seine Haupteinnahmequelle Tourismus wieder zu stabilisieren. Es hatte, ebenso wie andere Inseln in der östlichen Ägäis, während der Flüchtlingskrise viele Gäste verloren. Im Sommer 2015 gingen Bilder von chaotischen Zuständen besonders in der kleinen Hauptstadt um die Welt.

Während Griechenland nun ein Rekordjahr mit bis zu 30 Millionen Besuchern erwartet, kamen zuletzt auch aus Kos wieder positivere Zahlen. Im Frühjahr nannte etwa der Anbieter FTI Kos als das Ziel mit den größten Zuwachsraten in ganz Griechenland.

© SZ.de/AP/AFP/joku/ick

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