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Erdbeben in Italien:Bürgermeister: Amatrice muss komplett abgerissen werden

  • Ein schweres Nachbeben hat die verwüstete Ortschaft Amatrice in Mittelitalien erschüttert. Der historische Ortskern ist weitgehend zerstört.
  • Nur noch eine Brücke stellt derzeit Verbindung mit der Außenwelt her. Der Bürgermeister von Amatrice erklärt, der Ort müsse vollständig abgerissen und wiederaufgebaut werden.
  • Am Freitag haben die ersten Beerdigungen der bislang 278 Todesopfer stattgefunden.

Der vom schweren Erdbeben verwüstete Ort Amatrice ist nach der Einschätzung des Bürgermeisters Sergio Pirozzi nicht mehr zu retten. "Amatrice muss komplett dem Erdboden gleichgemacht werden", sagte er am Freitag. Im historischen Ortskern, der aus dem Mittelalter stammt, sei kein Gebäude mehr intakt.

Unbewohnbar bleiben soll die Gegend aber nicht für immer: "Wir wollen (die Stadt) am gleichen Ort, vielleicht in gleicher Form und mit der gleichen Ästhetik aufbauen", erklärte Pirozzi.

Nur noch eine tragfähige Brücke führt nach Amatrice

Bei einem Nachbeben am Freitagmorgen waren in Amatrice erneut Häuser eingestürzt. Die meisten Straßen nach Amatrice sind unpassierbar: Geblieben ist nur eine Brücke, die "Ponte Rosa", die jedoch ebenfalls einsturzgefährdet ist. "Die Situation ist prekär", sagte Bürgermeister Pirozzi dazu. "Wenn die Brücke nachgibt, haben wir keine Verbindung mehr zur Außenwelt."

Das schwere Erdbeben in Mittelitalien am Mittwochmorgen hatte die Ortschaften Amatrice, Accumoli und Pescara del Tronto besonders stark getroffen. Mindestens 278 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, fast 400 weitere wurden verletzt. Am Freitag wurden 40 Opfer aus den Dörfern Arquata del Tronto und Pescara del Tronto beerdigt, der Samstag soll in ganz Italien ein Staatstrauertag sein.

Staatstrauerfeier für Erdbebenopfer am Samstag

Unterdessen kündigte die italienische Parlamentspräsidentin Laura Boldini an, die Erdbebenopfer am Samstag mit einem Staatsbegräbnis zu ehren: "Die Menschen sollen wissen, dass die staatlichen Institutionen vertreten sind und dass niemand alleingelassen wird." Zur Trauerfeier in der Stadt Ascoli Piceno werden unter anderem Präsident Sergio Mattarella und Regierungschef Matteo Renzi erwartet.

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