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Fall Epstein:US-Justizminister bemängelt schwere Fehler

FILE PHOTO: An exterior view of the Metropolitan Correctional Center jail where financier Jeffrey Epstein, who was found dead in the Manhattan borough of New York City, New York

Jeffrey Epstein soll sich im Metropolitan Correctional Center Jail das Leben genommen haben.

(Foto: REUTERS)

Justizminister William Barr spricht nach dem mutmaßlichen Selbstmord von Jeffrey Epstein von "Unregelmäßigkeiten" in dem Gefängnis, wo der Milliardär inhaftiert war.

Nach dem Tod des wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten US-Unternehmers Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle in New York hat US-Justizminister William Barr "schwere Unregelmäßigkeiten" in der Haftanstalt beklagt. Diese seien Grund für tiefe Besorgnis und verlangten eine gründliche Untersuchung, sagte Barr am Montag in New Orleans. Die Bundespolizei FBI und die interne Kontrollbehörde des Justizministeriums würden den Vorgang nun aufklären. "Wir werden rausfinden, was passiert ist." Falls angezeigt, würden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.

Trotz Epsteins Tod werde der Fall gegen seine möglichen Komplizen weiter verfolgt werden. "Die Opfer verdienen Gerechtigkeit, und sie werden sie bekommen", versprach Barr. Er sei "entsetzt" und "verärgert" gewesen, als er erfahren habe, dass die Haftanstalt es versäumt habe, Epstein ordnungsgemäß zu sichern. Barr hatte bereits am Wochenende eine interne Untersuchung im Ministerium in die Wege geleitet, außerdem nahm das FBI Ermittlungen auf.

Epstein wurde von der Staatsanwaltschaft in New York vorgeworfen, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der 66-jährige Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Er soll sich am Wochenende in einem New Yorker Gefängnis umgebracht haben. Er wurde dort von Mitarbeitern der Haftanstalt gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Dort sei er schließlich für tot erklärt worden. Eine erste Autopsie sei durchgeführt worden, teilte die zuständige Behörde mit. Bevor das Ergebnis veröffentlicht werde, würden aber noch weitere Informationen abgewartet.

Wurde Epsteins Zelle nicht ausreichend überwacht?

Der Fall Epstein beschäftigt auch Behörden in anderen Ländern. Mitglieder der französischen Regierung forderten eine französische Untersuchung zu dem Fall. "Die US-Untersuchung hat Verbindungen zu Frankreich ans Licht gebracht. Für die Opfer erscheint es uns daher von grundlegender Bedeutung, in Frankreich eine Untersuchung einzuleiten, damit die Angelegenheit vollständig aufgeklärt wird", hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung von Frankreichs Gleichstellungs-Staatssekretärin Marlène Schiappa und dem Staatssekretär für den Schutz von Kindern, Adrien Taquet. Unklar blieb, welche konkreten Verbindungen Schiappa und Taquet meinten.

Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte, sie prüfe und analysiere derzeit übermittelte Informationen. Anschließend würde entschieden, ob eine Untersuchung eingeleitet werde. Wie die "New York Times" berichtete, soll das Gefängnis in Manhattan in der Nacht vor Epsteins Tod nicht die vorgeschriebenen Überwachungsmaßnahmen eingehalten haben. Das soll untersucht werden. Einer der diensthabenden Wärter des Gefängnisses am Samstag soll nach bisher nicht bestätigten Angaben einer anonymen Quelle der Nachrichtenagentur AP kein Vollzugsbeamter gewesen sein. Zudem sollen mögliche Mittäter ins Visier genommen werden. Außerdem könnten mutmaßliche Opfer von Epstein seine Nachlassverwaltung um Wiedergutmachungszahlungen angehen.

Anmerkung der Redaktion: Wir gestalten unsere Berichterstattung über Suizide bewusst zurückhaltend und verzichten, wo es möglich ist, auf Details. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen von Suizidgedanken, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

Kriminalität Wärter sollen bei Epstein mehrere Regeln missachtet haben

"NYT"-Bericht

Wärter sollen bei Epstein mehrere Regeln missachtet haben

Offenbar ignorierten die Verantwortlichen des Gefängnisses, in dem der Millionär einsaß, mehrere Auflagen. Zudem sollen die Wächter seit Tagen Überstunden gemacht haben.

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