Entführte Kinder aus Niedersachsen Daheim beten die Gläubigen für die Kinder

Verzweifelt wendet sich Katja Hüls an die Presse. Dem RTL-Format Stern TV gibt sie das einzige Interview. Für ihren Ex-Mann sei die Welt eine einzige Sünde gewesen, erzählt sie. "Und aus dieser sündigen Welt wollte er die Kinder rausholen."

Daheim, in Hermannsburg, beten die Gläubigen jeden Sonntag in der Kreuzkirche für die Kinder. Auf der Gemeinde-Homepage bedankt sich Katja Hüls für das Mitgefühl. Auch Axel Hüls' Eltern haben ihren Namen daruntergesetzt. Ihr Sohn lebte zwar im gleichen Haus mit ihnen, "aber er hat jeden Kontakt zu ihnen gemieden", erzählt Pastor Heine.

"Übergroße Freude" über das glückliche Ende

Seit Axel Hüls nach Ägypten geflohen ist, haben seine Eltern nichts mehr von ihm gehört. Alles was sie wissen, hat ihnen die Polizei gesagt. Die Mitglieder der Hermannsburger Großen Kreuzgemeinde sind bestürzt. Der Gottesdienst in der 1879 erbauten Großen Kreuzkirche mit ihren roten Ziegeln ist jeden Sonntag gut besucht. Gemeinsam haben Katja Hüls und ihre Schwiegereltern Sigrid und Friedrich Hüls einen Spendenaufruf gestartet.

"Die haben schon immer zu Katja gehalten", sagt Pastor Heine. Schon bei der Trennung haben sie sich auf die Seite der Mutter gestellt, konnten die Entwicklung des Sohnes nicht nachvollziehen. Zwischenzeitlich hatte Axel Hüls Hermannsburg verlassen. Als er wieder auftaucht, quartiert er sich in einer separaten Wohnung im Haus seiner Eltern ein. Offenbar hat er keine feste Arbeit - und somit Zeit, die Entführung genau zu planen.

Jetzt ist sie vorbei. Nach vier Monaten hat die Polizei nun Vater und Kinder in Ägypten aufgespürt. "Bei mir herrscht übergroße Freude", sagt ein anderer Pastor der Gemeinde einer Nachrichtenagentur. Für die Mutter sei der Halt der Gemeinde wichtig gewesen. "Für sie war es wichtig zu spüren: Da hoffen welche mit mir."