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Konzert:Ed Sheeran darf nicht in Düsseldorf singen

Popsänger Ed Sheeran mit Fans

Ausnahmsweise verstummt: Popsänger Ed Sheeran.

(Foto: AP)
  • Der britische Superstar Ed Sheeran wird nach dem Ärger in Düsseldorf nach Gelsenkirchen ausweichen.
  • In der Veltins Arena sind zwei Konzerte am 22. und 23. Juli geplant.
  • In Düsseldorf kann das längst ausverkaufte Konzert nach einem Beschluss eines Ausschusses des Stadtrats nicht stattfinden - es wird von 104 Bäumen blockiert.

Von Christian Wernicke, Düsseldorf

Ed Sheeran verstummt, jedenfalls in Düsseldorf: Ein für den 22. Juli geplantes (und längst ausverkauftes) Konzert des britischen Musikers vor 85 000 Zuschauern wird nach einem Beschluss eines Ausschusses des Stadtrats nicht stattfinden - es wird von 104 Bäumen blockiert. Die Kastanien, Eschen und Kirschen auf einem Parkplatz des Messegeländes in Düsseldorf hätten gefällt werden müssen, um Platz zu schaffen für das Spektakel. SPD und FDP stimmten am Mittwoch im zuständigen Planungsausschuss für die Genehmigung, CDU, Grüne, Linke und Freie Wähler dagegen.

Der Sänger wird nun nach Gelsenkirchen ausweichen. Das teilte der Veranstalter FKP Scorpio am Mittwochabend mit. In der Veltins Arena sind zwei Konzerte am 22. und 23. Juli geplant. Gemeinsam mit Ed Sheeran bedanke man sich bei den Fans "für ihre Geduld, ihr Verständnis und ihre Unterstützung in den Wochen der Unsicherheit", hieß es. Ursprünglich hatte das Konzert auf dem Flughafen Essen-Mülheim stattfinden sollen. Dort jedoch führten geschützte Feldlerchen im Gras und im Boden vermutete Weltkriegsbomben zum Platzverweis für den Briten.

Für die selbsterklärte Kulturstadt Düsseldorf ist der Streit um das Sheeran-Konzert ein Rückschlag. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) nannte den Beschluss einen "Schaden für das Image der Stadt". Der Sheeran-Veranstalter "FKP Scorpio" soll gedroht haben, sämtliche für 2018 geplanten 47 Konzerte aus Düsseldorf abzuziehen. Ein anderer Manager der Branche spottete gegenüber in der Rheinischen Post, der Standort Düsseldorf habe "keine Daseinsberechtigung mehr".

Nach Protesten von Baumschützern hatten sich die im Düsseldorfer Stadtrat mitregierenden Grünen dem Konzert verweigert. Auch ein Kompromissvorschlag des BUND, der als Ersatz für die 104 Bäume am Stadtrand mehr Grün in der Innenstadt verlangt hatte, beeindruckte sie nicht. Zudem stellte sich die oppositionelle CDU gegen Sheerans Auftritt - obwohl die Partei eigentlich die Idee befürwortet, den Parkplatz 2019 dauerhaft zu einem Gelände für Open-Air-Konzerte umzuwidmen. Spätestens dann müssten die 104 Bäume wohl fallen.

© SZ vom 28.06.2018/fzg

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