Horror-Immobilien:Fünf Schlafzimmer, Küche, Folterkeller

Scott Lloyd

Blümchentapete "as seen in the movie" - das Haus aus "Das Schweigen der Lämmer" steht zum Verkauf.

(Foto: Keith Srakocic/AP)

Das Haus aus dem Horrorklassiker "Das Schweigen der Lämmer" steht zum Verkauf. Gibt es wirklich Menschen, die in solchen Gebäuden wohnen möchten?

Von Franziska Osterhammer

Etwa eine Stunde Autofahrt von Pittsburgh entfernt liegt Perryopolis, zwei Kirchen, eine Tankstelle, circa 1600 Einwohner, Tendenz sinkend. Der Stoff, aus dem Horrorfilme sind. Und zwar wirklich: Dort, mitten in Pennsylvania, genauer gesagt in der 8 Circle Street, steht ein dreigeschossiges Anwesen in viktorianisch anmutendem Stil, das Fans von "Das Schweigen der Lämmer" bekannt vorkommen sollte. Buffalo Bill, der Serienmörder des Horrorfilmklassikers, lebte und mordete dort. Nun kann man das Haus für weniger als 300 000 US-Dollar kaufen, eher geschmackfreie Blümchentapeten, Kamine und Kellertreppe "as seen in the movie!" inkludiert. Bereits 2015 haben die ursprünglichen Besitzer Barbara und Scott Lloyd versucht, das Haus zu verkaufen, das Ganze lief aber, warum auch immer, zäh. Vielleicht findet sich jetzt jemand? Auf Youtube können Interessenten eine Videotour durch das durchaus repräsentative Anwesen machen, zwei Maklerinnen zeigen die Räume, in denen Teile des Films gedreht wurden. Und auch wenn die berühmten Kellerszenen zwar nicht in dem Haus gefilmt wurden, ist es trotzdem "actually quite creepy" dort unten, lachen beide, Klaviermusik im Hintergrund. Wer schon bei sich zuhause im Dunkeln die Kellertreppe eher zügig hinaufgeht, der sprintet dort.

Anthony Perkins & Bates House Characters: Norman Bates & Film: Psycho (USA 1960) Director: Alfred Hitchcock 29 January 1

Leider unverkäuflich: Das Motel aus Alfred Hitchcocks "Psycho" von 1960 steht noch heute auf dem Gelände der Universal-Studios.

(Foto: imago images/Mary Evans)

Es ist nicht das einzige Horrorfilm-Haus, das kein bloßes Studio-Requisit, sondern ein echtes Wohnhaus ist. Erst 2013 fanden sich in Los Angeles neue Besitzer für das Gebäude aus dem Slasher-Film "A Nightmare on Elm Street", für knapp 2,1 Millionen US-Dollar wurde es verkauft. Das "Halloween"-Haus steht in South Pasadena, 707 Meridian Avenue, wird als "Landmark" beworben und von den Eigentümern (mittlerweile hat ein Chiropraktiker seine Praxis dort) ganz nach dem Filmvorbild mit Kürbissen dekoriert. Nur Michael Myers mit Messer und Maske fehlt noch.

SHINING THE SHINING 1980 de Stanley Kubrick fantastique; fantastic; horror; horreur; Mount Hood; Timberline Lodge; Orego

Im Hotel aus "The Shining" kann man im Skiurlaub übernachten. Schade nur, dass es das Zimmer 237 nicht gibt.

(Foto: Warner Bros - Hawk Film via www.imago-images.de/imago images/Prod.DB)

Und wer eine echte "Experience" will, der kann seinen Skiurlaub in der Timberline Lodge, Clackamas County, Oregon verbringen, das als Filmkulisse für "The Shining" diente. Ein Zimmer mit der Nummer 237 gibt es zwar nicht (man hatte Angst, dass Gäste dieses Zimmer nicht mehr buchen wollen), dafür aber das Zimmer 217, in dem die bekannte Szene gedreht wurde, in der die Hauptperson Jack eine mehr als unheimliche Begegnung mit einer toten Frau in der Badewanne hat. 7566 Rezensionen bei Google bescheinigen einen hervorragenden Aufenthalt, 4,6 Sterne im Durchschnitt.

Dakota Building 72nd Street Central Park West Manhattan New York Dakota Building 72nd Street C

Im Dakota Building in New York spielt Roman Polanskis "Rosemaries Baby" (1968). Die Apartments hier sind dennoch weiter heiß begehrt.

(Foto: imago stock&people/imago/UIG)

Immerhin, das Buffalo-Bill-Haus in Perryopolis hat fünf Schlafzimmer, eine vollausgestattete Küche, Bad mit freistehender Wanne und Dielenboden. Und das alles zu einem Preis, bei dem man im Münchner Umland noch nicht mal anfängt, sich über Grundstücke zu unterhalten. Dann lässt man das Licht in der Nacht halt einfach an, oder? Und apropos Grundstück, das hat nämlich einen Hektar, alte Bäume, viel Grün und sogar einen Pool mit Poolhäuschen - perfekt für Grillpartys.

© SZ/zip
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