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Cincinnati:Polizei ermittelt gegen Eltern des Jungen im Gorilla-Gehege

Die Untersuchung richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Leitung des Zoos in Cincinnati, die den Affen erschießen ließ. Tierschützer sagen, die Eltern hätten besser auf das Kind aufpassen sollen.

Der Fall des Gorillas in Cincinnati, den Zoomitarbeiter erschossen, als ein kleiner Junge in das Gehege geklettert war, beschäftigt nun auch die Polizei. Ermittler untersuchten den Vorfall und seine Vorgeschichte, sagte eine Sprecherin laut einem Bericht der britischen Zeitung The Guardian. Dabei gehe es einzig um das Verhalten der Eltern oder Familie des Dreijährigen, nicht um die Leitung oder das Sicherheitspersonal des Zoos, zitiert die BBC aus einer Polizeimitteilung. Auch Zeugen würden gesucht und sollten gegebenenfalls befragt werden. Erst danach werde entschieden, ob eine strafrechtliche Anzeige erhoben werde.

Am Samstag war ein dreijähriger Junge im Zoo von Cincinnati über die Absperrung in das Gorilla-Gehege gelangt und in einen Wassergraben gefallen. Dort packte das 17-jährige Gorillamännchen Harambe das Kind am Knöchel und zog es durch das Wasser. Anschließend kletterte der Gorilla mit dem Jungen auf die Felsen in dem Gehege und legte ihn ab. Dort erschossen Zoomitarbeiter das Tier.

Die Zooleitung rechtfertigte den Schritt mit der akuten Gefahr für das Kind. Tierschützer und Nutzer der sozialen Medien empörten sich jedoch über das Vorgehen. Auch die Eltern des Jungen stehen in der Kritik: Sie hätten besser auf ihr Kind aufpassen sollen.

Zunächst hatte es geheißen, der Junge sei vier Jahre alt. Die Polizei korrigierte diese Angabe nun um ein Jahr nach unten.

© SZ.de/ewid/tamo

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