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Bundestagswahl 2017:Schulz' Bart muss ab

Martin Schulz und Udo Walz

Der Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, und Starfriseur Udo Walz.

(Foto: dpa)

Das rät zumindest Starfriseur Udo Walz dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Walz muss es wissen. Und die Geschichte gibt ihm recht.

Was ist passiert?

Es läuft gerade ziemlich gut für Martin Schulz, den Kanzlerkandidaten der SPD. Die Umfragen zeigen für seine Partei zweistellige Werte mit einer Drei vorne, das hat es eine Ewigkeit nicht gegeben. Schulz ist derjenige, dem zugetraut wird, eine eigentlich als unrettbar geltende SPD zu retten. Außerdem hat er einen Ort namens Würselen international bekannt gemacht. Mehr kann man kaum erreichen in so kurzer Zeit. Doch Prominentenfriseur Udo Walz hat eine Idee, wie es noch besser laufen könnte für Schulz: Er rät ihm zu einer Änderung seines Stils. "Der Bart muss ab", forderte Walz in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Was ist die Begründung?

"Weil das jünger aussieht, gepflegter. Das würde ihm helfen", sagt Walz.

Auch bei der Kanzlerkandidatur?

Möglicherweise. Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder - egal ob CDU oder SPD, kein Bundeskanzler trug je einen Bart. Und der einzige Kanzlerkandidat, der im Wahlkampf einen trug - Rudolf Scharping von der SPD - unterlag im Wahlkampf 1994 seinem bartlosen CDU-Kontrahenten Helmut Kohl.

Warum interessiert uns, was Udo Walz über Martin Schulz' Bart zu sagen hat?

Walz ist der Kanzlerfrisurenflüsterer. Sein Meisterwerk: Angela Merkel. Mit wachsendem politischen Erfolg begab sie sich in die Hände des Starfriseurs, und siehe da: Aus dem traurig herabhängenden Etwas auf ihrem Kopf zauberte Walz eine schwungvolle, dunkelblonde Frisur. Für ihr Make-Over hat Merkel viele Komplimente bekommen. Was Haare betrifft, scheint Walz also ein kompetenter Berater zu sein. Das dürfte auch für Barthaare gelten.

Ein abrasierter Bart reicht also, um Schulz zum Sieg zu führen?

Nicht ganz. Laut Walz sollte er sich auch noch eine andere Brille zulegen. "Ich rate ihm zu einer braunen Hornbrille, ein etwas größeres Gestell mit runden Gläsern, auffällig, markant und stylish - das kommt beim Wähler an", sagt Walz. An der Frisur des ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten habe er nichts auszusetzen: "Die soll bleiben, wie sie ist."

Aber Udo Walz trägt doch selbst einen Bart? Warum rät er Schulz dann davon ab?

Für ihn gelten andere Maßstäbe, sagt er. "Ich bin 72, ich will nicht unbedingt jünger aussehen." Bleibt die Frage, ob Martin Schulz denn jünger aussehen möchte - oder ob der 61-Jährige bei der Wahl nicht vielleicht sogar auf sein behaartes Kinn setzt. Eine Studie hat immerhin gezeigt, dass bärtige Männer auf Frauen attraktiver wirken. Das Gesichtshaar lasse sie glauben, dass diese Männer die besseren Lebenspartner im Vergleich zu den bartlosen sind. Vielleicht lässt sich diese Annahme ja auch auf die Kanzlerkandidaten übertragen. Nur ist Schulz' Konkurrentin nicht bartlos und männlich, sondern bartlos und weiblich. Das dürfte die Sache verkomplizieren.

© SZ.de/dpa/vbol/olkl/mane

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