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Brandenburg:Storch Ronny nervt ein ganzes Dorf

Erste Weißstörche wieder da

Ein Storch - nicht der von Liebeshormonen geplagte Ronny - in seinem Nest.

(Foto: dpa)

Das Tier attackiert Fenster und Autos und hat bereits ein Pärchen auseinandergebracht. Die Anwohner im brandenburgischen Glambeck fügen sich in ihr Schicksal - und warten auf Ende August.

Wer kann, parkt sein Auto im brandenburgischen Glambeck nicht mehr auf der Straße, sondern in der Garage. Nicht aus Angst vor Autodieben oder Vandalen - sondern aus Sorge vor einem weiteren Storchen-Angriff.

Storch Ronny lebt zwar erst seit zweieinhalb Monaten in dem Dorf im Landkreis Oberhavel im Norden Brandenburgs. In der kurzen Zeit hat er es jedoch geschafft, die Bewohner gegen sich aufzubringen. Der Grund: Sein unerbittlicher Kampf gegen sein eigenes Spiegelbild, dem immer wieder Fenster und Autos zum Opfer fallen.

Ronny kam Anfang Mai in das Dorf und hackt seither auf Fensterscheiben und dunkle Autodächer ein. Neben Kratzern in Lack und Glas hinterlässt der Storch vor allem blanke Nerven bei den Anwohnern, die inzwischen kapituliert haben.

So haben die Glambecker dem Problem-Tier nicht nur einen Namen gegeben, sie haben auch ihr eigenes Verhalten an den unliebsamen Zugezogenen angepasst. "Die Autos stehen eben nicht mehr draußen", sagt Hilde Peltzer-Blase, Ortsvorsteherin von Glambeck in der Gemeinde Löwenberger Land.

Die Dorfbewohner hoffen auf das Ende des Sommers

Naturschützer führen das zerstörerische Verhalten des Storchs auf Liebeshormone zurück. So vertrieb Ronny im Juni das Männchen eines Storchenpärchens, das im Dorf brütete. In einen Vorzeige-Vater wandelte er sich daraufhin jedoch nicht: Die Mutter habe ihr Junges größtenteils allein aufgezogen, berichtet die Ortsvorsteherin.

In wenigen Wochen können die Dorfbewohner wohl aufatmen: Ende August fliegen die Störche wieder in den Süden und Ronny. Doch bis dahin wollen die Glambecker ihm das Leben so schwer wie möglich machen. "Alle hoffen, dass er sich nicht so wohlfühlt, dass er nächstes Jahr wiederkommt", sagt Peltzer-Blase.

© SZ.de/dpa/naf/feko/cat

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