bedeckt München 27°

Brände - Berlin:Autos in Flammen: Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei

Berlin
Brennendes Auto. Foto: David Young/dpa/dpa-tmn/Archivbild (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa/bb) - Die Serie brennender Autos in Berlin reißt nicht ab. Seit Jahresbeginn wurden bislang mindestens 301 Fahrzeuge direkt angegriffen oder durch Flammen beschädigt, wie ein Polizeisprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

In Berlin-Neukölln gingen in der Nacht zum Montag auf einem überdachten Parkplatz in der Buschkrugallee acht Autos und zwei Mopeds in Flammen auf. Die Feuerwehr rückte gegen 3.00 Uhr zu einem Großeinsatz aus. Wegen extremer Rauchentwicklung mussten die Mieter mehrerer Häuser ihre Wohnungen verlassen, teilte die Polizei mit.

Einen großen Teil von 33 Wohnungen hätten die Einsatzkräfte gewaltsam öffnen müssen. Sechs Bewohnerinnen und Bewohner erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Sie seien vor Ort ambulant behandelt worden. Drei Wohnungen seien durch den Qualm vorerst nicht mehr bewohnbar. Ein Teil der Buschkrugallee war während des Einsatzes in beiden Richtungen komplett gesperrt.

Schon zuvor brannte gegen 2.40 Uhr ein Auto in der Karl-Marx-Straße in Neukölln. Passanten alarmierten Polizei und Feuerwehr. Die Einsatzkräfte löschten die Flammen, konnten aber nicht verhindern, dass das Feuer auf einen davor geparkten Wagen übergriff. Verletzt wurde niemand.

In beiden Fällen ermittelt laut Polizei das Branddezernat des Landeskriminalamtes. Der politische Staatsschutz habe die Fälle bislang nicht übernommen, sagte ein Sprecher. Dies geschieht immer dann, wenn ein politisches Motiv vermutet wird.

Einen politisch motivierten Hintergrund - etwa durch linksextremistische Täter - sieht die Polizei nur bei einem kleinen Teil der 2020 begangenen Taten. Bei den meisten Brandstiftungen werden Vandalismus, pyromanische Tendenzen, gezielte Racheaktionen im privaten Umfeld, Versicherungsbetrug und sogenannte Verdeckungsbrände angenommen. In einem solchen Fall soll mit einem Feuer eine andere Straftat verdeckt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite