Urteil in London:Geschworene sprechen Boris Becker schuldig

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Urteil in London: Boris Becker vor dem Southwark Crown Court in London.

Boris Becker vor dem Southwark Crown Court in London.

(Foto: Tolga Akmen/AFP)

Im Londoner Strafprozess hat die Jury den ehemaligen Tennisstar in mehreren Anklagepunkten für schuldig befunden. Boris Becker könnte damit theoretisch eine Haftstrafe drohen.

Im Strafprozess gegen Boris Becker ist die Jury am dritten Tag zu einer Entscheidung gekommen: Die Geschworenen haben den ehemaligen Tennisstar in mehreren Anklagepunkten für schuldig befunden. Der 54-Jährige habe seinem Insolvenzverwalter Teile seines Vermögens vorenthalten, entschied die Jury am Freitag.

Becker könnte damit theoretisch eine Haftstrafe drohen. Becker verfolgte die Urteilsverkündung mit hochrotem Kopf. Er kann gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

Richterin Deborah Taylor hatte die Geschworenen bereits am Mittwochnachmittag am Southwark Crown Court in London aufgerufen, alles im Prozess Gehörte zu berücksichtigen und eine gemeinsame Entscheidung zu finden. Dem ehemaligen Tennisprofi Becker war vorgeworfen worden, Immobilien, Konten und wichtige Trophäen in einem Insolvenzverfahren gegen ihn nicht ordnungsgemäß angegeben zu haben. Der 54-Jährige hatte die Anschuldigungen vor Gericht zurückgewiesen.

Staatsanwältin Rebecca Chalkley sah die Vorwürfe dennoch in allen 24 Anklagepunkten als erwiesen an. Becker habe die Vermögensbestandteile absichtlich verschwiegen und schiebe nun die Schuld seinen Beratern zu, die sich nach seinen Angaben um alle finanziellen Fragen kümmerten, sagte sie in ihrem Plädoyer.

Verteidiger Jonathan Laidlaw betonte hingegen, Becker sei zwar naiv und habe sich nicht um seine Finanzen gekümmert. Er sei faul, aber unschuldig. Es sei kein Verbrechen, sich auf Berater zu verlassen. Zudem seien ihm nach seiner gerichtlich angeordneten Privatinsolvenz 2017 nicht frühzeitig seine Rechte und Pflichten deutlich gemacht worden.

Die Geschworenen kamen nun zu dem Schluss, dass er in 4 von 24 Anklagepunkten entgegen der gesetzlichen Vorgaben nicht seinen gesamten Besitz offenlegte. Das Strafmaß soll am 29. April verkündet werden.

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