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Kriminalität: 13-Jähriger in Berliner Park erstochen: Täter stellt sich der Polizei

Berlin: Kerzen und Blumen am Tatort nach einem Mord im Monbijoupark

Zwei Polizisten gehen an der Stelle vorbei, wo Blumen und Kerzen an den getöteten Jugendlichen erinnern.

(Foto: ODD ANDERSEN/AFP)

Warum der Mann den syrischen Flüchtling attackierte, ist noch unklar. Das Opfer war mit anderen Kindern und Jugendlichen unterwegs.

Von Verena Mayer

Kerzen und Blumen liegen in der graffitibesprühten Unterführung, die zum Monbijoupark führt, einer beliebten Grünanlage in der Nähe der Berliner Museumsinsel. Sie sind für einen Jungen, der hier in der Nacht auf Sonntag getötet wurde. Der Teenager, ein Flüchtling aus Syrien, war in einer siebenköpfigen Gruppe unterwegs, die meisten von ihnen syrische Kinder und Jugendliche, als ein Mann dem Jungen zwei Mal mit einem Messer in den Bauch stach. Der Junge konnte von der eintreffenden Feuerwehr nicht mehr reanimiert werden. Er wurde 13 Jahre alt.

Zwei Tage nach dem Verbrechen hat sich der Täter in Begleitung eines Rechtsanwalts bei der Berliner Polizei gemeldet. Es ist ein 41-jähriger Mann. Warum er den Jungen attackiert hat, ist noch nicht klar. Offenbar ist es in der Unterführung zu einer Auseinandersetzung gekommen, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Montag. Ob die Messerattacke währenddessen geschah oder der Mann die Gruppe gezielt angriff, wird noch ermittelt. Hinweise auf ein politisches oder rassistisches Motiv gebe es derzeit nicht.

Ein Augenzeuge beschreibt im Berliner Tagesspiegel, dass der Angreifer sich nach der Tat ruhig aus der Unterführung entfernte. Als ein 22-Jähriger aus der Gruppe ihm nachging, habe er diesen mit dem Messer schwer an der Schulter verletzt. Der junge Mann, ebenfalls Syrer, befindet sich nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft aber außer Lebensgefahr.

Die Parks gegenüber der Museumsinsel sind seit der Corona-Zeit ein beliebter Ort, um sich an den Wochenenden zu treffen und zu feiern. Viele Jugendliche kommen dort zusammen, wegen der Corona-Bestimmungen löste die Polizei mehrfach solche Partys auf.

© SZ/mkoh
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