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Berlin:Aufregung um angebliche SS-Runen an Flughafengebäude

Auf Twitter verbreitet sich dank Sarah Kuttner ein Foto, das vermeintlich verbotene Nazi-Symbole an einem Gebäude des unfertigen Berliner Flughafens BER zeigt. Was steckt dahinter?

Den Betreibern des Berliner-Pannenflughafens BER wurde schon so einiges vorgeworfen: gnadenlose Naivität bei der Planung, Missmanagement, schlechte Kommunikation. Am besten sei es, so sagen Kritiker, die es besonders böse meinen, den ganzen Flughafen abzureißen - zumal es bis heute keinen wirklich verlässlichen Eröffnungstermin gibt. Zweite Jahreshälfte 2017, hieß es zuletzt vage.

Mit Nazi-Vorwürfen waren die BER-Manager allerdings noch nie konfrontiert. Bis gestern Abend, als die Moderatorin Sarah Kuttner via Twitter ein Bild verbreitete, das angeblich die Fassade eines Bürogebäudes auf der Flughafen-Baustelle zeigen soll.

Das Foto verbreitet sich schnell - und sofort entbrennt eine wilde Diskussion darüber, was die verdächtig geformten Symbole an der Hauswand wohl bedeuten könnten.

Auf den angeblichen Nazi-Eklat angesprochen, erklärt Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel: "Bei den vermeintlichen SS-Runen handelt es sich um Metallstifte, die an der Außenwand des Gebäudes angebracht sind." Allein durch den Schattenwurf entstehe das merkwürdige Muster, sagt Kunkel zur SZ. Dass es sich nicht um SS-Symbole handele, könne man schon daran erkennen, dass es sich um jeweils drei gezackte Blitze handele und nicht um zwei, wie bei dem verbotenen SS-Symbol.

Der BER-Sprecher hat am Morgen extra einen Mitarbeiter losgeschickt, um ein "Beweisfoto" zu machen. Das Ergebnis postet die Flughafen-Gesellschaft anschließend auf Facebook.

Nicht alles glauben, was durchs Netz schwirrt. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die vermeintlichen Runen, die Sarah...

Posted by Berlin Airport on Donnerstag, 11. Juni 2015

Doch was ist die Funktion dieser Stifte? "Sie sind dafür gedacht, um später einmal Schriftzüge an der Fassade anzubringen", sagt Kunkel.

"Später einmal" wird wohl ziemlich weit in der Zukunft liegen. Doch die Flughafen-Manager als Ewiggestrige zu bezeichnen, ist trotzdem nicht angebracht.