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Bangladesch:Mindestens acht Tote bei Brand in Textilfabrik

Erneut ein Fabrikunglück in Bangladesch: Bei einem Brand in einem Textilunternehmen in Dhaka sterben mehrere Menschen. In derselben Nacht finden Einsatzkräfte unter den Trümmern des vor zwei Wochen eingestürzten Fabrikgebäudes weitere Leichen.

Zwei Wochen nach dem schlimmsten Fabrikunglück in der Geschichte Bangladeschs sind bei einem Feuer in einem anderen Textilunternehmen erneut Menschen getötet worden. Nach Angaben der Feuerwehr kamen mindestens acht ums Leben, sechs weitere wurden verletzt. Die Opfer sind der Polizei zufolge erstickt.

Der Brand in einem Gewerbegebiet in der Hauptstadt Dhaka sei in der Nacht zum Donnerstag vermutlich infolge eines Kurzschlusses ausgebrochen. Unter den Toten sei auch der Besitzer der Firma. Als das Feuer ausbrach, war die Fabrik geschlossen. Die Flammen waren nach zwei Stunden gelöscht. In der betroffenen Fabrik wird hauptsächlich Kleidung für den Export gefertigt.

Zahl der Toten von Fabrikeinsturz steigt auf mehr als 900

Feuer in Textilfabrik in Bangladesch

Feuer in Textilfabrik in Bangladesch: Ein Mitarbeiter untersucht verbrannte Ware.

(Foto: dpa)

Ende April war ein achtstöckiges Gebäude in der Stadt Savar, in dem sich mehrere Textilfabriken befanden, in sich zusammengestürzt. Dabei kamen mehr als Hunderte Menschen ums Leben, mehr als 2400 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf mehr als 900 gestiegen. 914 Leichen seien gefunden worden, sagte ein Sprecher des Zentrums für Katastrophenmanagement.

Die Einsatzkräfte fanden in der Nacht zu Donnerstag unter den Trümmern noch einmal mehr als 100 Leichen. Weitere Tote werden noch im Schuttberg vermutet, der in einigen Tagen abgetragen sein soll. Zuletzt war die Zahl der Toten mit 803 angegeben worden.

Das Unglück hatte erneut ein Schlaglicht auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Fabriken geworfen, in dem vor allem Frauen für einen sehr geringen Lohn arbeiten. Die EU hat mit Strafmaßnahmen gedroht, sollte Bangladesch nicht für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilbranche sorgen. Am Mittwoch hatte die Regierung nach eigenen Angaben 18 Textilfabriken aus Sicherheitsgründen schließen lassen.

© dpa/AFP/sebi/gba

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