Australien:Wildhüter wollen aus Aga-Kröten Wurst machen

Aga-Kröte

In Australien bedroht die giftige Aga-Kröte die heimische Flora und Fauna.

(Foto: Jens Büdpa)
  • Australiens Flora und Fauna wird von den giftigen Aga-Kröten bedroht.
  • Mit übel riechenden Würsten soll jetzt heimischen Wildtieren beigebracht werden, um die Kröten einen Bogen zu machen.
  • Die Wurst aus Aga-Kröten ist nicht für den menschlichen Verzehr gedacht.

Wildhüter haben die Einwohner von Kununurra in Westaustralien aufgerufen, Aga-Kröten zu sammeln und abzuliefern. Die verhassten Tiere sollen verwurstet werden, weil sie die heimische Flora und Fauna zerstören.

Die unappetitliche Wurst ist nicht für den menschlichen Verzehr gedacht. Die Naturschutzbehörde möchte damit wilden Tieren beibringen, Abstand von der giftigen Aga-Kröte zu halten. Die Wurst rieche nach dem Schädling, erklärte Corrin Everitt, Krötenbeauftragter der Behörde. Ihr werde außerdem ein Salz beigemischt, dass bei anderen Tieren Übelkeit verursache. Tests hätten gezeigt, dass bis zu 70 Prozent der Tiere nach dem Verzehr der Wurst einen Bogen um die Kröten gemacht haben.

Krötenjäger wie Schlangen, Vögel und Säugetiere vergiften sich an der Aga-Kröte. Hat das Tier in einer Region erst Fuß gefasst, seien 95 Prozent der Beutelmarder und Arane innerhalb von Monaten tot, berichtet Projektentwickler Rick Shine von der Universität von Sydney. "Die Wurst scheint sehr effektiv zu sein, um unsere bedrohten Raubtiere vor der Kröten-Invasion zu schützen", so Shine.

Wissenschaftler hatten die Krötenart vor mehr als 80 Jahren ins Land gebracht, um einer Käferplage auf Zuckerrohrplantagen Herr zu werden. Ohne natürliche Feinde haben sich die Aga-Kröten aber stark vermehrt - auf inzwischen mehr als 200 Millionen Exemplare, schätzen Experten.

© SZ.de/dpa/lot/afis
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