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Ausnahme-Athlet Oscar Pistorius:Mit Prothesen an die Weltspitze

Als Baby wurden ihm beide Unterschenkel abgenommen, dennoch ist Oscar Pistorius heute einer der erfolgreichsten Sprinter der Welt. Jetzt wird er verdächtigt, seine Freundin getötet zu haben.

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Quelle: AFP

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Als Baby wurden ihm beide Unterschenkel abgenommen, dennoch ist Oscar Pistorius heute einer der erfolgreichsten Sprinter der Welt. Jetzt wird er verdächtigt, seine Freundin getötet zu haben.

Oscar Pistorius hat bei den Olympischen Spielen in London 2012 Geschichte geschrieben - als erster Athlet, der mit zwei Beinprothesen an den Wettkämpfen teilnahm. Die Bilder seiner futuristischen Prothesen gingen um die Welt. Der Südafrikaner schaffte es bis ins Halbfinale. Dort musste er sich der Konkurrenz mit deutlichem Abstand geschlagen geben.

Trotzdem hatte er das Gefühl, es einigen Kritikern gezeigt zu haben. "Viele haben gesagt, wie kannst du nur bei Olympia antreten, du verdirbst deine Chancen für die Paralympics. Ich habe ihnen das Gegenteil bewiesen", sagte er im Nachhinein. Bei den paralympischen Spielen holte der Ausnahme-Athlet drei Medaillen.

In seiner Parade-Disziplin, dem 200-Meter-Lauf, reichte es jedoch nur für Silber. Nach dem Wettbewerb beschwerte sich der Südafrikaner, der auch als "Fastest man on no legs" und "Blade Runner" bekannt ist, über zu hohe Stelzen der Konkurrenz.

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Von Geburt an fehlen Pistorius durch einen Gendefekt die Wadenbeine und die äußere Seite der Füße. Bereits im Alter von elf Monaten wurden ihm die Beine unterhalb der Knie amputiert. Trotzdem ist er ein extrem ehrgeiziger Sportler: "Meine Behinderung habe ich nie als solche empfunden, meine Familie ist damit ganz selbstverständlich umgegangen. Meine Mutter hat immer gesagt: Geht nicht gibt´s nicht." Der Südafrikaner bezeichnet sich selbst nicht als "behindert", sondern als "ohne Beine". 

2002 starb seine Mutter an einer allergischen Reaktion. Ihr früher Tod prägte den damals 15-jährigen Sportler sehr. Seitdem trägt er ihren Geburts- und Todestag als Tattoo auf dem rechten Oberarm. Auf dem Rücken des nach eigener Aussage "tiefgläubigen Christen" prangt die Bibelpassage: "Ich laufe wie ein Läufer, der das Ziel nicht aus den Augen verliert." (Korinther 9, 26).

Pistorius runs with the baton during his men's 4x400 metres relay heat at the IAAF World Athletics Championships in Daegu

Quelle: REUTERS

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Viele Jahre kämpfte Pistorius dafür, sich auch mit nicht behinderten Athleten messen zu können. Das Problem: Seine Prothesen galten als "unerlaubtes Hilfsmittel". An den Olympischen Spielen in Peking 2008 durfte Pistorius daher nicht teilnehmen. Schließlich zog er vor das Internationale Sportgericht, wo er 2008 Recht bekam.

FILE - Oscar Pistorius Shoots Girlfriend Oscar Pistorius Receives Honorary Degree From The University Of Strathclyde

Quelle: Getty Images

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Dem südafrikanischen Sprinter und Weltrekordhalter, der seit 2007 Betriebswirtschaft studiert, wurde im vergangenen November die Ehrendoktorwürde der University Of Strathclyde im schottischen Glasgow verliehen.

FILE - Oscar Pistorius Shoots Girlfriend Winners Studio-2012 Laureus World Sports Awards

Quelle: Getty Images for Laureus

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Im Februar 2012 bekam der Athlet den Laureus Sports Award in der Kategorie "Behindertensportler des Jahres" verliehen. Die Awards sind international bedeutende Auszeichnungen im Bereich im Sport und gelten auch als Sport-Oscars. 

13th IAAF World Athletics Championships Daegu 2011 - Previews

Quelle: Getty Images

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Ein Unfall im Jahr 2009 hätte ihn fast seine Karriere gekostet. Pistorius, der als Draufgänger bekannt ist, rammte mit seinem Speedboot auf dem Vaal-Fluss bei Johannesburg einen Betonklotz. Dabei brach er sich zwei Rippen, einen Arm und erlitt schwere Verletzungen im Gesicht. Seine linke Wange ist seither taub. "Ich habe dumme Sachen gemacht. Das ist vorbei", sagte der Athlet in einem Gala-Interview.

FILE - Oscar Pistorius Shoots Girlfriend Reeva Steenkamp Virgin Active Sport Industry Awards 2013

Quelle: Getty Images

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Jetzt ist der Sprint-Star erneut in den Schlagzeilen. Diesmal allerdings nicht wegen seiner sportlichen Erfolge. Pistorius wurde in seinem Haus in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria festgenommen. Er wird verdächtigt, seine Freundin, das Model Reeva Steenkamp, getötet zu haben. 

© Süddeutsche.de/jst/feko/fzg
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