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Sternenhimmel Juli:Licht aus dem Jahr 1995

SÜD
(Foto: Martin Rothe)

Die Wega, die den Sommernachthimmel dominiert, leuchtet 40-mal so hell wie die Sonne. Um sie herum schwirrt ein Haufen Geröll - und vielleicht sogar ein Planet.

Von Helmut Hornung

Highlight: Hoch am südlichen Nachthimmel schimmert jetzt das rautenförmige Bild der Leier. Ihr Hauptstern heißt Wega und ist ungefähr 25 Lichtjahre von der Erde entfernt, seine heute sichtbare Strahlung ging also im Jahr 1995 auf die Reise zu uns. Der Name dieses hellen Sterns kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie "herabstoßender Adler". Wega besitzt mindestens die doppelte Masse der Sonne und etwa die 40-fache Leuchtkraft. Anfang der 1980er-Jahre fand ein Infrarotsatellit um den Stern eine ausgedehnte Gas- und Staubscheibe. Durchaus möglich, dass die Astronomen dabei auf die Ausläufer eines Planetensystems blicken, ähnlich dem Kuipergürtel in unserem eigenen System. Jedenfalls scheint es in der Scheibe jede Menge Geröll zu geben. Möglicherweise hat sich um Wega schon mindestens ein Planet gebildet. Allerdings blieb die Fahndung nach einem solchen Himmelskörper bisher ohne Erfolg. Die Wega ging auch in die Filmgeschichte ein: Im deutschen Fernsehen lief Anfang der 1970er-Jahre die US-Serie "Invasion von der Wega". Darin landen die menschenähnlichen Wesen von einem Planeten dieses Sterns mit Ufos auf der Erde und wollen sie unterjochen.

NORD
(Foto: Martin Rothe)

Sterne und Sternbilder: Wega ist eine Spitze des sogenannten Sommerdreiecks, das zudem aus den Sternen Atair im Adler und Deneb im Schwan besteht. Richtung Westen leuchten Herkules, Krone und Bootes mit dem rötlichen Stern Arktur. Halbhoch im Süden prangt der schwach schimmernde Schlangenträger, über dem Horizont zeigen sich von Osten nach Westen die Tierkreisbilder Steinbock, Schütze, Skorpion und Waage. Im Nordwesten prangt der Große Wagen, im Nordosten blinken Pegasus und die daran anschließende Sternenkette der Andromeda. In dieser Gegend finden wir auch das "W" der Kassiopeia.

Planeten, Mond, Meteore: Merkur zeigt sich in der letzten Juliwoche knapp über dem Nordosthorizont am Morgenhimmel. Venus ist in die Rolle als Morgenstern geschlüpft und glänzt vor Sonnenaufgang ebenfalls im Nordosten. Mars geht in der Zeit um Mitternacht auf und wandert durch Fische und Walfisch. Der Gasriese Jupiter gelangt am 14. Juli im Schützen in Opposition zur Sonne; Saturn, ebenfalls in diesem Sternbild, macht es ihm am 20. Juli nach. Beide Planeten gehen dann auf, wenn die Sonne untergeht. Vollmond ist am 5. Juli, Letztes Viertel am 13., Neumond am 20. und Erstes Viertel am 27. Juli. Am 4. Juli steht die Erde mit 152 Millionen Kilometern im größten Abstand zur Sonne. In der Nacht zum 29. Juli erreichen die Aquariden mit stündlich 20 bis 30 Sternschnuppen ihr Maximum.

© SZ/nas/lot
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