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Anschlag auf Mall in Nairobi:Terroristen drohen mit Tötung der Geiseln

Die islamistischen Extremisten drohten mit der Ermordung der restlichen Geiseln, sollten die Truppen das Gebäude gewaltsam stürmen. Ein somalischer Journalist twitterte ein Foto, das die Geiselnehmer im Gebäude zeigen soll und von einer Überwachungskamera zu stammen scheint.

In die Geiselbefreiung, bei der nach kenianischen Regierungsangaben bislang zehn Einsatzkräfte verletzt wurden, sind neben der nationalen Eliteeinheit Recce auch Spezialkräfte aus Israel und den USA einbezogen. Sie beteiligen sich Berichten zufolge vor allem an Aufklärung. Ob ausländische Spezialkräfte mit in das Gebäude eingedrungen sind, blieb unklar.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in den Haag gestattete unterdessen dem angeklagten kenianischen Vizepräsidenten William Ruto, sich für eine Woche nach Kenia zu begeben. Damit solle Ruto die Möglichkeit haben, sich in die Bemühungen zur Beilegung der Geiselkrise in Nairobi einzuschalten. Die Verteidigung hatte eine zweiwöchige Aussetzung des Prozesses gefordert. Ruto sagte beim Verlassen des Gerichts, er hoffe am Abend zuhause zu sein, um dort seine Hilfe als Vizepräsident anbieten zu können.

Geiselnahme im Einkaufszentrum

Terroristen halten Nairobi in Atem

"Sie zeigten uns arabische Schriften."

In der Shopping-Mall kaufen vor allem Ausländer und reiche Kenianer ein. Ein Augenzeuge in Nairobi sagte: "Sie zeigten uns arabische Schriften. Wenn man sie lesen konnte, war man gerettet. Wenn man sie nicht lesen konnte, erschossen sie einen."

Unter den Toten sind mehrere Ausländer, darunter vier Briten, zwei Französinnen, zwei Kanadier und eine Niederländerin. Mehrere US-Bürger wurden verletzt. Auch der bekannte ghanaische Dichter Kofi Awoonor kam ums Leben. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte zunächst keine Hinweise darauf, dass Deutsche unter den Opfern sind.

Der Überfall war der schwerste Terroranschlag in Kenia seit einem Sprengstoffanschlag auf die US-Botschaft 1998. Die Shabaab hatte seit langem mit Anschlägen gedroht, nachdem Kenias Armee Ende 2011 in den Konflikt im Nachbarland Somalia eingegriffen hatte. Kenianische Soldaten hatten die Shabaab aus weiten Teilen Südsomalias vertrieben. Das Westgate-Einkaufszentrum galt - auch wegen seiner israelischen Eigentümer - als mögliches Terrorziel und war mit privaten Sicherheitskräften vergleichsweise gut gesichert.