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Anschläge in Norwegen:Breivik telefonierte mit der Polizei

Während er auf der norwegischen Insel Utøya um sich schoss, will Anders Behring Breivik zehnmal bei der Polizei angerufen haben - um sich zu ergeben. Augenzeugen könnten seine Aussage stützen.

Der Attentäter von Utøya, Anders Behring Breivik, hat angeblich zehnmal bei der Polizei angerufen, als er auf der Ferieninsel 69 Teilnehmer eines Jugendlagers erschoss - zumindest behauptet er das. Breiviks Anwalt Geir Lippestad berichtete der norwegischen Zeitung Aftenposten von entsprechenden Aussagen seines Mandanten.

Breivik hat demnach vor seiner Verhaftung bei der Polizei angerufen, um sich zu ergeben. Allerdings sei er nur zweimal durchgekommen. Breivik wollte laut Lippestad eine Bestätigung, dass die Polizei seine Kapitulation annehmen würde. Während er auf einen Rückruf wartete, habe er nicht geschossen.

Breiviks Aussage wird möglicherweise von Aussagen von Überlebenden gestützt. Sie hatten berichtet, dass Breivik für kurze Zeit das Feuer einstellte. Breivik habe "darüber nachgedacht, Selbstmord zu begehen oder mit seiner 'Operation' weiterzumachen, und entschied sich, bis zum Eintreffen der Polizei fortzufahren", berichtete Lippestad. Der Attentäter wollte nicht von der Polizei erschossen werden.

Ein Polizeisprecher sagte, es gebe eine Aufzeichnung von einem Anruf Breiviks. Er konnte aber nicht bestätigen, dass es weitere Anrufe gab.