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Alkohol in der Türkei:23 Tote durch gepanschten Raki

Alkoholrecht in der Türkei

Rakı wird in der Türkei immer teurer und für viele Menschen dadurch unbezahlbar.

(Foto: Tolga Bozoglu/dpa)
  • 23 Menschen sterben nach dem Konsum von gepanschtem Raki.
  • Kritiker werfen der islamisch-konservativen Regierung immer wieder vor, durch die stufenweise Erhöhung der Alkoholsteuer mitverantwortlich zu sein.

Tote nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol: In der Türkei sind 23 Menschen durch illegal hergestellten Raki ums Leben gekommen. Allein in den vergangenen zwei Tagen seien elf Menschen in Istanbul im Krankenhaus gestorben, nachdem sie den Schnaps getrunken hatten, berichteten die Fernsehsender NTV und CNN-Türk. Insgesamt wurden seit Mittwoch 89 Menschen nach dem Konsum des Fusels ins Krankenhaus eingeliefert. 15 von ihnen schwebten noch in Lebensgefahr.

Der Anisschnaps, den die Opfer zu sich nahmen, enthielt nach Einschätzung der türkisches Gesundheitsbehörden hoch giftiges Methanol. Laut Medienberichten nahm die Polizei rund 20 Verdächtige fest. Sie sollen für die Herstellung des tödlichen Gebräus verantwortlich sein. 14 wurden wegen fahrlässiger Tötung inhaftiert.

Bei mehreren Razzien im ganzen Land wurden tausende Flaschen Raki beschlagnahmt. Einer der Verdächtigen, dem fahrlässige Tötung vorgeworfen wird, erklärte vor Gericht, er sei von seinen Lieferanten betrogen worden. Er habe bereits in der Vergangenheit Raki hergestellt, sagte er laut der Tageszeitung Hürriyet. "Ich bin nicht dumm. Sie (die Lieferanten) sind es, die die Verantwortung für die Todesfälle tragen", wurde der Mann zitiert.

Die Nachrichtenagentur Dogan meldete unter Verweis auf den Verdächtigen, diesem sei Methanol statt Ethanol-Alkohol verkauft worden. Vor zehn Jahren waren in der Türkei 22 Menschen an verunreinigtem Raki gestorben. 2009 waren elf Menschen an gepanschtem Alkohol gestorben, darunter drei deutsche Berufsschüler aus Lübeck. Kritiker warfen der islamisch-konservativen Regierung immer wieder vor, durch die stufenweise Erhöhung der Alkoholsteuer für die Verbreitung von gepanschtem Schnaps mitverantwortlich zu sein.

© Sz.de/afp/lala
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