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USA:Achtjähriger Junge in Einkaufszentrum erschossen

Hoover, Alabama

Tödliche Schüsse in Shopping-Mall in Alabama: Einsatzkräfte untersuchen den Tatort.

(Foto: dpa)

Drei weitere Menschen, unter ihnen ein minderjähriges Mädchen, werden mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Es ist nicht der erste tödliche Vorfall in der Shopping-Mall.

Im US-Bundesstaat Alabama ist ein achtjähriger Junge in einem Einkaufszentrum erschossen worden. Drei weitere Menschen, unter ihnen ein minderjähriges Mädchen, seien mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, teilte die Polizei in Hoover mit.

In der in der Riverchase Galleria Mall seien aus noch unbekannten Gründen mehrere Schüsse gefallen, hieß es. Zu dem Motiv oder den möglichen Tätern machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Ermittlungen würden andauern.

Hoovers Bürgermeister Frank Brocato bezeichnete den Vorfall als "sinnlose Tragödie". Sinnlose Gewalt sei nicht auf das Einkaufszentrum oder die Stadt beschränkt. "Diese Art von Vorfällen gibt es im ganzen Land. Es ist wirklich zu einem Spiegelbild unserer Gesellschaft als Ganzes geworden", sagte Brocato während einer Pressekonferenz. Er habe mit den Eltern des getöteten Achtjährigen gesprochen. Polizeichef Nicholas Derzis sprach von einem "tragischen Vorfall".

Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen von einem lauten Knall und mehreren Schüssen. Viele hätten das Einkaufszentrum rasch verlassen können, da die Polizei wenig später eingetroffen sei. Hoover mit seinen rund 85 000 Einwohnern befindet sich südlich der größten Stadt Alabamas, Birmingham.

Die Mall in einem Vorort von Birmingham war 2018 der Schauplatz tödlicher Polizeischüsse auf einen bewaffneten Schwarzen. Der Beamte hatte ihn zuvor mit einer Person verwechselt, die in einen anderen Schusswaffenvorfall im Einkaufszentrum verwickelt gewesen war.

Der Fall um den 21-jährigen Emantic "EJ" Bradford Jr. löste eine Serie von Protesten an der Mall aus. Der Generalstaatsanwalt von Alabama sah von einer Anklage gegen den Polizisten ab und erklärte, dieser habe "unter jenen Umständen vernünftig" agiert. Die damalige Konfrontation dauerte etwa fünf Sekunden.

© SZ/dpa/AP/saul/gal
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