Zum Jubiläum Zirkusoper um die Liebe

Ein Hochzeitstanz trotz kalter Füße: Der Löwen-Mann mit den Akrobaten von "Trio Without Socks".

(Foto: Petra Stadler/OH)

"Mandana" feiert die Geschichte des Krone-Direktoren-Paars

Von Barbara Hordych

Ein goldglänzender Palast wie in den Zwanzigerjahren, nostalgische Musik - und ein Hofnarr, der seine Herrin, die Pferdeprinzessin, knapp verpasst. Die hat mit ihrem in Creme und Weiß getauchten königlichen Gefolge, bestehend aus Pferden, Lamas, Kamelen, Zebras und Akrobaten, soeben die Manege wieder verlassen. Also muss sich Steve Eleky, der korpulente Comedian im Schottenrock, den 3000 Zuschauern alleine stellen, die zur Premiere von "Mandana - Circus Kunst geträumt" im Zelt auf der Theresienwiese erschienen sind. Darunter echter Adel wie Prinz Leopold von Bayern und Prinzessin Ursula und ein echter Fußballstar wie Bayern-Verteidiger Mats Hummels mit Ehefrau Cathy. Amüsiert verfolgen sie Elekys Kunststücke, die er mit sarkastischen Kommentaren gleich selbst sabotiert: Die elf Bälle, die er jongliert, sind aneinandergeklebt, sein magischer Zauberkasten hat einen ganz unmagischen doppelten Boden.

Die Tonlage wendet sich ins Poetische, als Pierrot und Verbiege-Künstler Alexandre Batuev auf und hinter seiner großen Spieldose zu träumen beginnt: Zwei kleine Spielzeug-Reiter erwachen zum Leben, preschen in Gestalt des Duos Stipka in die Manege, begeistern mit graziösem und athletischem Reiterballett. Bence Vági, der Art Director der Recirquel Company Budapest inszenierte das Ausnahme-Programm zum Jubiläum "100 Jahre Krone in München", das dort bis 15. April zu sehen ist, bevor es mit dem "Blauen Dom" deutschlandweit auf Reisen geht. Die von Musikern live orchestrierte "Zirkusoper" erzählt erstmals eine zusammenhängende Geschichte, die sich in einem wesentlichen Punkt von anderen Formaten wie etwa den Pferdeshows von "Apassionata" und "Cavalluna" oder Zirkusshows von "Cirque du Soleil" unterscheidet: Die in "Mandana" in Szene gesetzte Begegnung von Pferdeflüsterin und wildem Löwen-Mann ist eine Hommage an real existierende Personen, an die Direktorin Jana Mandana Lacey-Krone (40) und ihren Ehemann, den britischen Raubtierlehrer Martin Lacey Jr. (41). Sie agieren hier als Protagonisten ihrer eigenen Lebens- und Liebesgeschichte.

Schöne Einfälle und Überleitungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Programm. Während etwa Jana Mandana zu Pferde tanzt, wird ihre Darbietung auf einem dünnen Drahtseil in zehn Meter Höhe durch einen waghalsigen Schleiertanz der kolumbianischen Truppe "Los Robles" ergänzt. Die lässt Mandanas Hochzeits-Schleier herabfallen - den die Krone-Chefin weit unten zu Pferde sitzend auffängt. Ihr Zukünftiger hingegen, der (Schein-)Attacken und Schmuseanfälle seiner 16 Löwen und Tiger elegant meistert, bekommt vor der Hochzeit kurz mal kalte Füße - schön komisch gespiegelt vom "Trio Without Socks"