bedeckt München 23°

Wolfratshausen:Petition gegen Verkehrslärm

150 Bürger bitten den Landtag um Hilfe

Von Matthias Köpf, Wolfratshausen

Mehr als 150 Wolfratshauser, die in den großen Mehrfamilienhäusern zwischen der Margeritenstraße und der B 11 leben, haben sich mit einer Petition an den bayerischen Landtag gewandt, um für sich einen besseren Schutz vor Verkehrslärm zu erreichen. Sie verlangen vom Straßenbauamt Weilheim Lärmschutzmaßnahmen, wenn voraussichtlich in diesem Sommer die nahe Einmündung des Autobahnzubringers B 11a in die B 11 erweitert wird.

Als "Interessengemeinschaft B 11" haben die Anwohner und Wohnungseigentümer diese Forderung öffentlich erstmals Ende März bei der Auftaktveranstaltung für die Lärmaktionsplanung der Stadt Wolfratshausen erhoben. Sprecherin Anny Kaut verwies damals auf Unterschriften von 116 Anwohnern aus der Margeritenstraße; inzwischen sind ihren Angaben zufolge noch einmal mehr als 30 hinzugekommen. Die Interessengemeinschaft ist der Ansicht, dass das angekündigte Aufweiten der Einmündung eine so gravierenden Baumaßnahme ist, dass Lärmschutzmaßnahmen zwingend vorgeschrieben sind. In dieser Auffassung sehen sich die Anwohner auch von einem Fachanwalt bestätigt, den sie mittlerweile eingeschaltet haben.

Die Straßenbauabteilung des Staatlichen Bauamts hingegen will von einer solchen Verpflichtung, mit dem Bau auch zusätzlichen Lärmschutz zu schaffen, nichts wissen. Der Wunsch der Anwohner sei verständlich, doch für Maßnahmen wie eine Lärmschutzwand an dieser Stelle gebe es keine gesetzliche Grundlage, weshalb man dafür schlicht kein Steuergeld ausgeben dürfe, sagt Behördenleiter Michael Kordon. Der Umbau der Einmündung sei also zwar kein rechtlicher Anlass für Lärmschutzmaßnahmen, werde den Verkehrslärm an der Stelle aber wohl schon von selbst reduzieren. Denn im Wesentlichen sollen laut Kordon künftig von Wolfratshausen aus durchgehend zwei Fahrspuren über die Kreuzung Richtung Geretsried führen, was den Verkehr flüssiger und damit auch leiser machen werde. Einen ähnlichen Effekt erwartet Kordon von einem neuen Fahrbahnbelag und von dem Umstand, dass sich die Rechtsabbiegespur zum Zubringer etwas Richtung Gewerbegebiet verschiebt, womit sich auch der Verkehr ein Stück in diese Richtung und damit weg von den Anwohnern verlagern werde. Geschehen soll all dies laut Kordon möglichst während der Sommerferien im Juli oder August.

Von der Petition der Anwohner hat Kordon nach eigenen Worten bisher nichts gehört. Sie wird auf dem Dienstweg über das Innenministerium und dessen Oberste Baubehörde bei ihm auf dem Schreibtisch landen. Laut Anwohner-Sprecherin Anny Kautt wurde die Petition im Maximilianeum als zulässig befunden, der Landtagsausschuss für Wirtschaft und Verkehr habe das Innenministerium um Stellungnahme gebeten. Die Petition dient laut Kautt dazu, den geforderten Lärmschutz "vorerst außerhalb der formellen Rechtswege zu erwirken"

© SZ vom 06.05.2015

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite