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Wolfratshausen:Im Badehaus tut sich was

Die Gedenkstätte in Waldram soll 2017 fertig sein

Regen soll Segen bringen, und so war es vielleicht ein ziemlich gutes Omen, dass es genau in dem Moment zu schütten begann, als Wolfgang Saal zu seiner Rede anhob. Während sich vor dem Eingang des entkernten Waldramer Badehauses, das in den kommenden Monaten zu einer Gedenkstätte ausgebaut werden soll, eine Dach aus bunten Regenschirmen bildete, zitierte Saal tapfer Morgan Freeman, der gesagt haben soll, Träume gingen nur in Erfüllung, wenn man etwas dafür täte. Saal fügte - über den Regen hinweg rufend - hinzu: "Und wenn man andere für seine Sache begeistern kann."

Er dankte dem früheren Bürgermeister Helmut Forster, der dem Badehaus-Verein 2012 finanzielle Unterstützung zugesagt hatte. Inzwischen ist es dem Verein gelungen, weitere Fördertöpfe anzuzapfen, und so stehen ihm nun 1,74 Millionen Euro für die Sanierung und den Ausbau der ehemaligen jüdischen Mikwe zur Verfügung. Endlos viele Samstage ehrenamtlicher Arbeit seien vorerst abgezählt, sagte die Vereinsvorsitzende Sybille Krafft anlässlich des offiziellen Baubeginns. Dafür hoffe sie jetzt auf einen Bauverlauf ohne Kostensteigerungen oder böse Überraschungen. Ihr Dank ging auch an die freiwilligen Helfer, darunter an den Abiturienten Florian Heider und den trotz seinen über 80 Jahren unermüdlichen Karl-Heinz Rauh.

Mitte 2017 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, sagte Krafft, die Eröffnung soll Ende 2017 oder Anfang 2018 folgen - auf jeden Fall aber, so scherzten die glücklichen Bürger fürs Badehaus, vor der Eröffnung des Berliner Flughafens.