Wolfratshausen:Ein gewichtiger Baustein fürs Badehaus

Wolfratshausen: Eine der prominenten Beteiligten: Gisela Schneeberger trat zusammen mit Waldramer Sechstklässlern auf.

Eine der prominenten Beteiligten: Gisela Schneeberger trat zusammen mit Waldramer Sechstklässlern auf.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Der Verein erzielt bei der Lesung zur Bücherverbrennung mehr als 13 000 Euro Reinerlös für das Erinnerungsprojekt am Waldramer Kolpingplatz

Von Felicitas Amler, Wolfratshausen

Die Lesung im Gedenken an die Bücherverbrennung der Nazis im Jahr 1933 hat sich nicht nur für die mehr als 700 Zuhörer ausgezahlt, für die es ein eindrucksvoller Abend in der Loisachhalle war. Der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald hat auch materiell einen Nutzen: Nach dem Kassensturz blieben 13 770,74 Euro für das Projekt übrig, erläutert die Vorsitzende Sybille Krafft: "Ein gewichtiger weiterer Baustein." Alle Einnahmen aus dem Kartenverkauf kämen damit dem Benefizzweck zugute, da die Ausgabe aus Sponsorengeldern und dem Zuschuss der Stadt von 5200 Euro gedeckt werden könnten. Das Badehaus ist ein historisches Gebäude am Waldramer Kolpingplatz, in dem der Verein eine Dokumentations- und Begegnungsstätte einrichtet, die an die Zeit der NS-Arbeitersiedlung Föhrenwald, des Lagers für jüdische Displaced Persons und die Gründung des Wolfratshauser Stadtteils Waldram auf ein und demselben Gelände erinnert.

Für die drei Träger der Veranstaltung - neben dem Badehausverein sind das der Historische Verein Wolfratshausen und die Geltinger Kulturbühne "Hinterhalt" - ist der "schöne Erfolg" (Krafft) Ansporn, im kommenden Jahr weiterzumachen. Und auch wieder in die Loisachhalle zu gehen. Beim ersten Mal sei das schon eine Nervenanspannung gewesen, sagen Krafft und "Hinterhalt"-Wirtin Assunta Tammelleo, da sie nicht wussten, mit welcher Resonanz zu rechnen war. Die Loisachhalle aber war ausverkauft, und das fühle sich, wenn man auf der Bühne stehe, gut an, so Tammelleo. Die beiden Frauen werten den enormen Zuspruch als Zeichen sowohl des Interesses am Thema Bücherverbrennung als auch der Solidarität mit dem Erinnerungsprojekt Badehaus.

Sehr positiv war es von allen aufgenommen worden, dass neben prominenten Künstlern auch Kinder und Jugendliche aller Schultypen im Landkreis an der Gestaltung der Lesung beteiligt waren. Krafft macht darauf aufmerksam, dass hinter diesen Beiträgen immer auch engagierte Lehrerinnen und Lehrer stünden.

Auch im kommenden Jahr sollen Schüler und Prominente das Programm gemeinsam gestalten. Von den "Promis" habe man die Rückmeldung, "dass alle wieder mitmachen würden".

Zu den Plänen fürs Badehaus sagt Krafft, der Verein habe die Stadt gebeten, sich um den vorzeitigen Maßnahmenbeginn bei der Städtebauförderung zu bemühen. Außerdem seien alle Mitglieder angeschrieben worden mit der Bitte um Mithilfe: handwerklich, organisatorisch und inhaltlich.

© SZ vom 12.06.2015
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