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Wolfratshausen:Auf der Floßbühne wird's eng

2. Flussfestival Wolfratshausen 2015

Die überdachte Bühne steht und die ehrenamtlichen Helfer in ihren knallig grünen T-Shirts sind bereit für viele Besucher beim Flussfestival.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Das Flussfestival ist heuer ein "Ritt durch alle Genres", wie der Leiter Günter Wagner sagt. Am Schluss präsentiert ein Ensemble aus fast hundert Künstlern Orffs Carmina Burana

Von Erik Häussler, Wolfratshausen

Das Flussfestival in der Flößerstadt hat begonnen. Bis Sonntag, 19. Juli erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm am Ufer der Loisach in Wolfratshausen. "Das wird ein Ritt durch alle Genres", beschreibt Festivalleiter Günter Wagner die Veranstaltungen. Den Auftakt gestaltete am Freitagabend Helmut Schleich vor ausverkaufter Flusstribüne. Diese hat rund 450 Sitzplätze und ist wie die Bühne für schlechtes Wetter überdacht.

Bevor es allerdings losgehen konnte, wurden die 39 ehrenamtlichen Helfer eingewiesen und die knallig grünen Festival-Shirts ausgegeben. Eine der Helferinnen ist Sandra Ilmberger. Die Büroangestellte war bislang nur auf der Tribüne mit dabei, engagiert sich heuer zum ersten Mal beim Flussfestival ehrenamtlich. Sie hatte in der Zeitung gelesen, dass noch helfende Hände gesucht würden. "Ich war schon immer bei verschiedenen Veranstaltungen tätig, nun wollte ich hier auch mithelfen", erklärt sie. Ohne diese Ehrenamtlichen wäre das Festival nicht zu leisten. Am Eingang, bei der Tribüne oder dort, wo's eben gerade stressig ist: Vier bis sechs der Helfer jeden Alters werden pro Veranstaltungsabend gebraucht.

Neben den Ehrenamtlichen ist so ein Festival vor allem auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Das dritte Festival an der Loisach kann nur mit der Unterstützung etlicher großer und kleinerer Sponsoren gestemmt werden. Für die gab es am vergangenen Donnerstagabend einen kleinen Umtrunk, als Dank und damit sie sich, noch vor dem offiziellen Beginn am Freitag, auf dem Gelände umsehen und vom Konzept überzeugen lassen konnten.

Organisiert hat das Flussfestival neben Günter Wagner wieder die Wolfratshauser Kulturamtsleiterin Marion Klement. "Wir haben auch in diesem Jahr versucht, die Künstler passend zum Flussambiente zu wählen. Die Band Jamaram passt da zum Beispiel gut, natürlich auch der Isar-Indianer Willy Michl", erklärt Klement. "Es ist ein vielfältiger Mix, für Jung und Alt ist etwas dabei", ergänzt Wagner enthusiastisch. Besonders am Herzen liegt ihm die Gastronomie auf dem Gelände. Das nahe gelegene Gasthaus Flößerei und der Caterer D'Amato versorgen die Besucher mit allerlei Köstlichkeiten, von italienischer Focaccia bis zu deftigem Spießbraten mit Krautsalat. "Wir hoffen natürlich, dass auch nach den Veranstaltungen Leute zum Essen und auf ein Getränk vorbeischauen. Wir haben hier ja den schönsten Biergarten in Wolfratshausen", sagt Wagner einladend. Der Biergarten lockt bis 1 Uhr nachts mit kühlem Bier und Cocktails.

Für die meisten Veranstaltungen sind noch Karten zu bekommen, entweder im Vorverkauf oder an der Abendkasse. An manchen Abenden wird es aber bereits vor Beginn des Festivals eng und Interessierte müssen sich beeilen. Für "Brustmann hoch 3" am Donnerstag, 16. Juli, sowie für die "Wellküren" tags darauf sind nur noch Restkarten zu bekommen. Auch für den fulminanten Abschluss des Festivals am Sonntag, 19. Juli mit Carl Orffs "Carmina Burana" und anschließendem Feuerwerk sind erwartungsgemäß nur noch wenige Plätze verfügbar.

Die Ickinger Kulturförderin und Opernliebhaberin Traudl Bergau ist für die Organisation der "Carmina" verantwortlich und hat eine flusstaugliche Aufführung geplant. Dabei gibt es durchaus Schwierigkeiten zu bewältigen, wie sie sagt. Mit rund 85 Sängerinnen und Sängern des Isura-Madrigalchors aus Geretsried und des Kinderchors Wolfratshausen, zwei Flügeln, sechs Schlagwerken und dem musikalischen Leiter Johannes Buxbaum wird es auf der schmalen Floßbühne eng. Deshalb musste auch eine ursprünglich geplante Videoprojektion verworfen werden.

© SZ vom 04.07.2015

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