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Wolfratshausen:Ampel, Schilder oder Brücke

Bürgermeister bezweifelt, dass ein Neubau des Stegs nötig ist

Der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) sucht nach Möglichkeiten, bei einem Neuzuschnitt der Stadtbus-Linien ohne den Bau eines zusätzlichen Fuß- und Radwegstegs neben der bestehenden Kanalbrücke zwischen Farchet und Waldram auszukommen. Der Stadtrat hatte im April mit großer Mehrheit beschlossen, den Busbetrieb als neuen Rundkurs nach dem Vorschlag seiner eigenen Arbeitsgruppe auszuschreiben. Teil der Pläne und des Ratsbeschlusses ist auch der Neubau des Stegs, weil die Brücke nach Auskunft der Polizei zu schmal sei für die Busse einerseits sowie andererseits für die Fußgänger und Radler, denen sie bisher vorbehalten ist.

Grünen-Stadtrat und Arbeitsgruppen-Mitglied Hans Schmidt verwahrte sich am Mittwochabend im Bauausschuss gegen den Vorwurf des Bürgermeisters, die Arbeitsgruppe habe die Alternativen zu einem Stegbau nicht geprüft. Schmidt verweis dazu auf verschiedene Protokolle, die der Bürgermeister offenbar nicht gelesen habe. Heilinglechner konterte mit der Auskunft, dass die örtliche Polizei keineswegs auf einer breiten Brücke oder einem zusätzliche Steg bestehe. Vielmehr prüfe die Polizei nach einem Gespräch mit ihm nun auch, ob sich das höchstens dreimal pro Stunde auftretende Problem nicht auch per Verkehrsregelung etwa mit Hilfe von Schildern oder einer Ampel zu lösen sei. Nach den Plänen der Arbeitsgruppe soll die Kanalbrücke mit einer Schranke abgesperrt werden, die der Fahrer des herannahenden Stadtbusses per Fernsteuerung öffnen könnte.

Die Idee, daneben eine zweite, laut Arbeitsgruppe etwa 250 000 Euro teure Brücke für Fußgänger und Radfahrer zu bauen, nur weil über die existierende Brücke gelegentlich der Stadtbus fahren soll, hatte bei vielen Wolfratshausern Kopfschütteln ausgelöst.

© SZ vom 08.05.2015

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