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Wirtschaft in Penzberg:Klares Votum für EMT-Insolvenzplan

Standorte und Arbeitsplätze des Drohnenbauers bleiben erhalten

Von Klaus Schieder

Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan der EMT Ingenieurgesellschaft in einem Abstimmungs- und Erörterungstermin unisono zugestimmt. Die Sanierung des Penzberger Drohnenherstellers in Eigenverwaltung ist damit nahezu abgeschlossen und das Verfahren kann nach der gerichtlichen Bestätigung aufgehoben werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten musste EMT Anfang Dezember 2020 einen Insolvenzantrag stellen. Das Amtsgericht Weilheim ordnete schließlich die Eigenverwaltung der Gesellschaft an. EMT ist nach eigenen Angaben seit über 40 Jahren ein führender Hersteller von unbewaffneten Drohnen zur militärischen Aufklärung. Kunden sind die Bundeswehr sowie ausländische Staaten. Das Unternehmen beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. Ein Personalabbau sei nicht geplant, teilt das Unternehmen nun mit.

Die Gesellschaft wurde durch den Generalhandlungsbevollmächtigten, Oliver Liersch von Brinkmann.Weinkauf Rechtsanwälte in der Sanierung unterstützt. Ivo-Meinert Willrodt von der Pluta Rechtsanwalts GmbH ist im Verfahren als Sachwalter tätig und begleitet das Verfahren im Sinne der Gläubiger.

In den vergangenen Monaten habe EMT einen Investorenprozess durchgeführt. Bei dem strukturierten Prozess hätten sich eine Vielzahl von Interessenten beteiligt. Letztlich setzte sich die Rafael Advanced Defence Systems Limited aus Haifa in Israel durch. Der Investor stellt die Finanzmittel zur Verfügung, mit denen die Gläubiger nun entsprechend des Plans quotal befriedigt werden. Die Bestätigung des Plans steht noch unter verschiedenen Bedingungen: Dazu zählen vor allem die Kartellfreigabe und die Investitionskontrolle.

"Ich bin sehr froh, dass der vorgelegte Plan eine so breite Zustimmung fand: Sowohl die Kreditinstitute, Lieferanten, aber auch die Arbeitnehmer und die Vertreterin der Gesellschafterin stimmten einstimmig für den Plan", erklärt Oliver Liersch. Ivo-Meinert Willrodt sagt: "Es ist sehr erfreulich, dass die Gläubiger den Insolvenzplan angenommen haben. Zum einen können dadurch ihre Forderungen bestmöglich befriedigt werden. Zum anderen sollen auch die Standorte und Arbeitsplätze von EMT erhalten bleiben. Das sind gute Aussichten für die Zukunft des Drohnenherstellers." Thomas Heinze, Geschäftsführer von EMT, wiederum erklärt: "Das Ergebnis bedeutet eine neue Perspektive für das Unternehmen. Gemeinsam mit dem neuen starken Gesellschafter ist das Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt."

© SZ vom 21.05.2021
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