Weidachmühle Warten auf die Welle

Im Münchner Eisbach wird seit Jahren gesurft. Das wäre auch an der Weidach-Mühle möglich.

(Foto: Robert Haas)

Wolfratshauser Surfer hoffen auf Auskunft vom Kraftwerk

Von Matthias Köpf, Wolfratshausen

Gesurft wird in Wolfratshausen nach wie vor nur im Internet, doch dort auf Facebook hat die Gruppe "Surfwelle Wolfratshausen" inzwischen immerhin 740 Mitglieder. Sie alle bekennen sich zu dem Vorhaben, im Kraftwerksauslauf der Wolfratshauser Weidachmühle in die Loisach eine stehende Welle zu schaffen, auf der die Surfer reiten können wie im berühmten Münchner Eisbach. Im November 2013 hatte diese Idee, die ihnen die städtische Tourismus-Beauftragte Gisela Gleißl vorgestellt hatte, auch die Stadträte begeistert, die sofort eine Machbarkeitsstudie bestellten. Die Studie war ein Jahr später fertig, doch seither geht wenig voran. Denn die Pläne für die Surfwelle hängen von denen des Kraftwerksbetreibers für die seine Weidachmühle ab.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner konnte auf eine hoffnungsfrohe Nachfrage von Ulrike Krischke (beide BVW) in der jüngsten Stadtratssitzung nur das antworten, was Gleißl auch im vergangenen Herbst schon bekannt gegeben hatte: Die Machbarkeitsstudie des Innsbrucker Wasserbau-Professors Markus Aufleger sei fertig, die Welle wäre demnach technisch machbar. Allerdings steht seither die im vergangenen November bestellte erweiterte Untersuchung zu der Frage aus, wie sich die Wellen-Pläne mit dem Kraftwerk in der Weidachmühle vertragen.

Dessen Betreiber, ein Familienunternehmen mit Sitz in Memmingen, will die alte Anlage modernisieren, was bei der Stadt Hoffnungen auf eine Einigung nährt. Denn bisher speist der Betreiber mit dem am Kastenmühlwehr ausgeleiteten Loisachwasser bevorzugt seine neuere und leistungsfähigere Turbine, die aber in einem eigenen Kanal liegt und einen anderen Auslauf zurück in den Fluss hat. Durch die alte, direkt in die frühere Mühle eingebaute Turbine fließt daher nicht konstant gleich viel Wasser; zuweilen wird der Auslauf zum bloßen Rinnsal. Wird nun diese ältere Anlage erneuert und ausgebaut, könnte das meiste Wasser künftig durch sie strömen - und im Auslauf stabilere Bedingungen für die Surfwelle schaffen. Allerdings schreitet nach Angaben des Bürgermeisters die Planung des Kraftwerksbetreibers nicht recht voran, von der alles abhänge.

Die Wolfratshauser Surf-Aktivisten jedoch bleiben rührig. Sie haben sich längst ein eigenes Logo gegeben und professionelle Fotos für ihre weitere Werbekampagne machen lassen.