Waldramer Straßensperrung Schwierige Alltagsprüfung

Beim Infoabend zur Sanierung der Faulhaberstraße zeigen sich Waldramer erbost

Von Wolfgang Schäl, Wolfratshausen

Die Faulhaberstraße, der einzige Anschluss des Wolfratshauser Ortsteil Waldrams an die B 11, gleicht seit Jahren einem zusammengestückelten Flickenteppich. An "Wellblech" gar fühlt sich Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) beim Anblick dieser wichtigsten innerörtlichen Verbindung erinnert. Dass hier hochgradiger Sanierungsbedarf besteht, bezweifelt unter den Bewohnern des Ortsteils, die sich in der Aula der Waldramer Grund- und Mittelschule versammelt haben, niemand. Gleichwohl herrschte unter den rund 100 Besuchern der Veranstaltung, mit der die Stadt über die jetzt bevorstehenden Baumaßnahmen informieren wollte, hochgradig gereizte Stimmung. Denn am Montag, 13. Mai, rollen die Baumaschinen an, der Abschnitt zwischen Sudeten- und Bettinger Straße (Gasthof Post) wird zeitweise ganz gesperrt. Eine Maßnahme, die zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen und vor allem das Parken weit über den engeren Baustellenbereich hinaus schwierig machen wird. Nicht zur Verbesserung der Laune trug da Heilinglechners Ankündigung bei, dass die Stadt in den zehn Wochen Bauzeit parkende Fahrzeuge, die Rettungs- und Versorgungswege im Umfeld der Baustelle blockieren, konsequent abschleppen lassen werde.

Als Umleitungsstrecken sind Heilinglechner zufolge zunächst die Sudeten- und die Föhrenwaldstraße vorgesehen. Die Müllabfuhr sei gesichert, mit der Belieferung des Edeka-Marktes müsse man von Fall zu Fall praktikable Regelungen finden. Wenig empfehlenswert ist aus Sicht des Bürgermeisters die Anregung eines Diskussionsteilnehmers, für die Dauer der Bauzeit die Brücke über den Loisach-Isarkanal, die nur Bussen und Fußgängern zur Verfügung steht, für Autos zu öffnen und dadurch den Verkehr im gesamten Ortsteil Waldram zu entzerren. Dies, so Heilingleichner, belaste nur zusätzlich Anwohner. Die Brücke werde auch täglich von bis zu 600 Schulkindern frequentiert, eine Öffnung für den Autoverkehr kann sich Heilinglechner deshalb aus Sicherheitsgründen "nur bei völligem Chaos" in Waldram vorstellen. Gegebenenfalls müssten sich dann aber Eltern bereit erklären, als Schülerlotsen zu fungieren.

Erbost äußerten sich zwei weibliche Diskussionsgäste darüber, dass man während der Bauzeit nirgends Kinder abliefern könne und meilenweit mit Getränketrägern unterwegs sein müsse. Dies könne keinesfalls hingenommen werden. "Sollen die alten Menschen jetzt vielleicht nichts mehr trinken dürfen?" Als ganz unerträglich bezeichnete eine Seniorin die geplante Straßensperrung. Sie sei auf den Rollator angewiesen und könne mit ihrer körperlichen Behinderung unmöglich größere Strecken zurücklegen. Mit Unwillen wurde schließlich registriert, dass die Stadt im Zuge der Ausbaumaßnahmen die Gehwege verbreitern will - dies werde die ohnehin schmale Fahrbahn noch enger machen, hieß es. Mit einzelnen Bedenkenträgern will sich die Stadt nun noch bis zum Baubeginn ins Benehmen setzen und schauen, ob und wo individuelle Lösungen möglich sind.

Heilinglechner appellierte aber auch an die Betroffenen, Bürgersinn zu zeigen und beispielsweise Nachbarn Parkmöglichkeiten zu überlassen, die zu bestimmten Uhrzeiten gerade nicht gebraucht würden. "Wir tun alles Mögliche, um ihnen das Leben nicht unnötig schwer zu machen, aber unterstützen auch sie uns dabei", erklärte der Bürgermeister, der auf allzu fordernde Wortmeldungen erkennbar verdrossen reagierte. Man könne "nicht alles haben und auf nichts verzichten". Es müsse "zumutbar sein, auch mal 200 Meter zur Fuß zu gehen".

Eindringlich appellierte Heilinglechner nicht zuletzt an die Eltern, ihre Kinder während der Bauzeit nicht mit dem Auto zur Grund- und Mittelschule zu bringen. Erwägenswert fand der Bürgermeister zwei Anregungen. Erstens: Am Ortseingang Schilder zu den wichtigsten Waldramer Einrichtungen aufzustellen, um zusätzlichen "Irrverkehr" durch Ortsfremde zu vermeiden, und zweitens behördlich die Möglichkeit prüfen zu lassen, während der Bauzeit an den Auf- und Abfahrtsrampen von und zur B 11 das Parken zu erlauben.