Bad Tölz-Wolfratshausen:Staus vermeiden mit "Saturn"

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Intelligentes Verkehrsmanagement: Der Kommunale Zweckverband Dienste Oberland leitet die nächste Phase des Pilotprojekts ein.

Von Alexandra Vecchiato, Bad Tölz-Wolfratshausen

Auf den Straßen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen herrscht oftmals Chaos. Wer nach Lenggries oder an den Walchensee möchte, muss Geduld haben. Doch nicht nur der Ausflugsverkehr an den Wochenenden bremst den Fluss, auch im Berufsverkehr morgens und abends staut es sich, zum Beispiel auf der Tölzer Flinthöhe. Ein intelligentes Verkehrsmanagement soll nun Abhilfe schaffen. Vor einem Jahr startete der Zweckverband Kommunale Dienste Oberland ein Pilotprojekt, das den Verkehr flüssiger machen soll. Nun geht das Bundesforschungsprojekt mit dem Namen "Saturn" in die zweite Phase. Es hat zum Ziel, den Verkehr in besonders stark frequentierten Bereichen der Städte und Gemeinden rechtzeitig umzudirigieren und den Autofahrern frühzeitig unter Einbindung von Navigations-Anbietern alternative Routen oder Ziele aufzuzeigen. Was "Saturn" kann, soll der Testbetrieb soll vom ersten Halbjahr 2023 an in der Praxis zeigen.

Ende Oktober trafen sich die Landräte der drei Pilotkorridore im Tölzer Rathaus zum Informationsaustausch. Josef Niedermaier und seine Kollgenen Olaf Löwis of Menar (Landkreis Miesbach) und Christoph Göbel (Landkreis München) sowie Stadtdirektorin Sabine Effner vom Mobilitätsreferat der Stadt München wurden von der Leitung des Zweckverbands und der für die Planung und Konzeption zuständigen Trafficon Consulting über erreichte Ziele und Ergebnisse unterrichtet. Die Experten erklärten den Vertretern der Kommunen, wie wichtig es sei, Verkehrsdaten aus dem Oberland in eine gemeinsame Mobilitätsdatenbank digital einzuspeisen. "Über derart gebündelte und umfangreiche Informationen verfügten Navi-Systeme bislang im ländlichen Raum nämlich noch nicht", heißt es in einer Pressemitteilung des Zweckverbands. So könne man frühzeitig strategisch auf den Verkehr Einfluss nehmen, um Überlastungen zu vermeiden. Das soll vor allem eine spürbare Erleichterung für vom Ausflugsverkehr regelmäßig überrollte Gemeinden und deren Bürger bringen. Die Landräte sicherten laut Mitteilung zu, für geplanten Testbetrieb Fachpersonal bereitzustellen und den weiteren Projektverlauf zu unterstützen.

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