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Schäftlarner Politik:Neue Turnhalle in Aussicht

Gemeinderat will Planungen für Grundschule vorantreiben

Von Marie Heßlinger, Schäftlarn

Dass Grüne und CSU die gleichen Ideen haben, kommt nicht allzu oft vor. Im Schäftlarner Gemeinderat aber haben sie zum Sitzungsauftakt nach der Sommerpause jeweils einen Antrag mit dem gleichen Ziel eingereicht: Sie wollen den Bau einer neuen Turnhalle für die Grundschule in die Wege leiten. Schäftlarns Turnhalle aus den 70er Jahren ist baufällig. Auf dem hinter ihr befindlichen Hartplatz will die Gemeinde nun eine neue Halle bauen lassen. Wenn diese fertig ist, wird die alte abgerissen, um an ihrer Stelleeinen neuen Sportplatz anzubringen.

In der Halle machen nicht nur Grundschüler Sport, auch verschiedene Gruppen des Schäftlarner Turn- und Sportvereins (TSV) trainieren in dem Gebäude. Die Gemeinde rechnet damit, dass zudem ohnehin Umbaumaßnahmen an der Grundschule bevorstehen: Von 2025 an greift ein neues Gesetz im Freistaat, welches Gemeinden dazu verpflichtet, mindestens einer Klasse pro Jahrgang die Betreuung in einer offenen Ganztagsschule anzubieten. Bereits jetzt stößt die Grundschule räumlich an ihre Grenzen. Schäftlarns Gemeinderäte schlugen deshalb vor, die Planungen für Sporthalle und offene Ganztagsschule miteinander zu verbinden. Auf diese Weise, so hofft der Gemeinderat, könnten Fördergelder gewonnen werden, die der Freistaat für die Einrichtung der Ganztagsschulen bereitstellt. Die Förderrichtlinien sollen jedoch erst 2022 veröffentlicht werden.

Trotzdem möchte die Gemeinde bereits jetzt mit ihren Planungen beginnen. Im kommenden Jahr soll das Bauamt einen Bebauungsplan für das Gelände aufstellen. "Das kann durchaus diffizil werden", sagt Bürgermeister Christian Fürst, da die Grundschule inmitten eines Wohngebietes steht. Ein Bebauungsplan biete jedoch viele baurechtliche Vorteile. Ihn innerhalb eines Jahres aufzustellen, sei ein ehrgeiziges Vorhaben.

Im Jahr 2022 soll ein Plan für die Finanzierung des Bauvorhabens erarbeitet werden. Fürst rechnet mit Kosten um die sechs Millionen Euro. Neben Abriss und Hallenbau zählt er den Bau von Mensaräumen, oder den Umbau der Kellerräume, die nach Abriss der alten Halle bestehen bleiben sollen, dazu. Die Finanzierung der Ganztagsschule selbst obliegt, anders als die des Kinderhorts, dem Freistaat. 2023 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Nicht nur CSU und Grüne, auch der Bürgermeister selbst sagt, er habe das Projekt Grundschulturnhalle auf die Tagesordnung setzen wollen. Noch vor der Sommerpause hatte es Klinsch zwischen der CSU und den Grünen im Gemeinderat gegeben. Die Christsozialen hatten sich mit ihrer Entscheidung durchgesetzt, am Wangener Weg bei den Tennisplätzen in Hohenschäftlarn ein Gewerbegebiet auszuschreiben, anstatt dort eine Halle für den Vereinssport zu bauen.

© SZ vom 18.09.2020

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