Präzise Kosten fehlen Die Feuerwehr muss warten

Schäftlarn verschiebt Neubau des Gerätehauses und des Bauhofs

Von Susanne Hauck, Schäftlarn

Gern hätte Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) gesehen, dass das neue Feuerwehrhaus und der Bauhof schon auf den Weg gebracht wären, genauso wie zwei Dutzend Schäftlarner Feuerwehrleute, die im Gemeinderat am Mittwochabend anwesend waren. Doch noch einmal heißt es warten, bis eine Entscheidung gefällt ist. Weil Ruhdorfer nur eine Kostenschätzung vorlegen konnte, verweigerte die Mehrheit der Gemeinderäte die Abstimmung und forderte eine genaue Berechnung. Die Planer sollen dies bis zur nächsten Sitzung nachreichen.

Seit gut anderthalb Jahren plant die Gemeinde die beiden Neubauten auf einer Wiese an der Starnberger Straße. Nachdem Ruhdorfer in der Sitzung die geschätzten Kosten mit 4,5 Millionen Euro für den Bauhof und 3,8 Millionen Euro für die Feuerwehr angegeben hatte, meldete sich Grünen-Gemeinderat Philipp von Hoyos zu Wort. Er könne dem Projekt nicht zustimmen, wenn die genaue Summe nicht bekannt sei. Er hielt den in der Sitzung nicht anwesenden Architekten vor, ihre "Hausaufgaben" nicht gemacht zu haben und sprach von "unseriösen Zahlen".

Auch wenn Ruhdorfer das Fehlen der Berechnungen mit der zu kurzen Zeitspanne begründete und damit konterte, dass man sich mit nachgereichten Unterlagen nichts vergebe - Hoyos blieb hartnäckig und erreichte damit, dass sich weitere Gemeinderäte seiner Meinung anschlossen. Da half es auch nichts, dass Christian Fürst (CSU) warnte, das Projekt jetzt nicht auszubremsen. Beschlossen wurde mit einer Mehrheit von zehn zu sieben Stimmen, dass die Planer in der nächsten Sitzung die Kosten präsentieren und erläutern sollen und dass dann erst abgestimmt wird.

Zuvor hatte Frank Buchberger aus dem gemeindlichen Bauamt den Entwurf der Neubauten mit Ziegeldach vorgestellt. Der Bauhof besteht aus einem lang gezogenen Baukörper mit Kopfteil, in dem Waschhalle, Schreinerei, Lager, Schlosserei, Technik und Fahrzeughalle untergebracht sind, im Obergeschoss sind Aufenthalts- und Mehrzweckraum, Umkleiden, Toilette und weitere Lagerflächen vorgesehen. Im Hof gibt es außer Parkplätzen auch ein Lager für Salz und Straßenkehricht. Die ursprünglich gewünschte Wohnung werde sich nicht verwirklichen lassen, da laut einem Gutachten zu viel Lärm vom Bauhof ausgehe.

Beim Feuerwehrhaus handelt es sich um ein Winkelgebäude. Die Fahrzeughalle hat vier Tore mit der Ausfahrt zur Starnberger Straße. Im Hauptgebäude befinden sich Eingang und Büros, außerdem Schlauchwaschanlage, Atemschutz, Werkstatt, Umkleiden mit Schwarz-Weiß-Trennung - der strikten Trennung von schmutzigen, schadstoffhaltigen Gegenständen vom sauberen Bereich -, Funkbereich und Einsatzzentrale. Im Obergeschoss kommen ein Schulungs-, Besprechungs- und Aufenthaltsraum hinzu, Küche und Büro für den Vorstand. Der Keller soll von der Feuerwehr, die dort einen Jugendraum einrichten will, zusammen mit der Gemeinde genutzt werden: Diese möchte dort die gemeinsame Heizzentrale und Server unterbringen.

Bis auf Details, wie die von einigen Gemeinderäten als unnötig angesehenen vier Zugangstore für die Fahrzeughalle des Bauhofs, fand der Entwurf im Großen und Ganzen Zustimmung.