Nationalmannschaft:Eine Geretsriederin bei der Europameisterschaft im Frisbee

Nationalmannschaft: Die 17-jährige Franzi Meyer aus Geretsried fährt mit der deutschen Frisbee-Nationalmannschaft nach Holland zur Europameisterschaft.

Die 17-jährige Franzi Meyer aus Geretsried fährt mit der deutschen Frisbee-Nationalmannschaft nach Holland zur Europameisterschaft.

(Foto: privat)

Die 17-jährige Franzi Meyer nimmt an der Junioren-EM in den Niederlanden teil - in einer Sportart, die ganz ohne Schiedsrichter auskommt.

Von Thekla Krausseneck

Die 17-jährige Geretsriederin Franzi Meyer nimmt an der Junioren-Europameisterschaft im Ultimate Frisbee teil. Die findet vom 5. bis 11. August im holländischen Veenendaal statt. Meyer ist Mitglied in der U20-Nationalmannschaft. Der Wettkampf in den Niederlanden wird nicht ihr erstes internationales Turnier sein: Schon im vergangenen Jahr spielte sie auf der Weltmeisterschaft im polnischen Wroclaw, bei der sich das deutsche Team vor Holland als Vierter und Frankreich als Fünfter den Platz als drittbestes europäisches Team erkämpfen konnte.

Zuhause spielt Meyer im Team "Friss die Frisbee", das vor einigen Jahren als eine Untergruppe der TUS-Leichtathletikabteilung entstanden ist. Zwar ist die 17-Jährige heute keine Leichtathletin mehr, dafür ist sie mit der Scheibe erfolgreich. Im vergangenen Jahr schaffte sie durch Talentscouts den Sprung in die Nationalmannschaft. Coach Matthias Brandt hat das deutsche Team bei mehreren Trainingslagern und Turnieren auf die Europameisterschaft eingestellt, sagt Meyers Vater Matthias Schunk, der den Coach mit den Worten zitiert: "Wenn wir selbstbewusst auftreten und unsere Aufgaben auf dem Feld erfüllen, ist in meinen Augen jede Mannschaft schlagbar." Die junge Frisbeespielerin freue sich vor allem auch auf das Wiedersehen mit einigen internationalen Spielerinnen der letzten WM.

Die Frisbee-Meisterinnen spielen nicht so wie die meisten Menschen auf der grünen Wiese, sondern Team gegen Team. In jeder Mannschaft sind sieben Spieler. Ziel ist es, die Scheibe in eine gegnerische Zone zu bekommen - ähnlich wie beim Rugby, nur ganz ohne Körperkontakt. Fällt die Scheibe zu Boden, darf die gegnerische Mannschaft weitermachen. Das Besondere an diesem Mannschaftssport ist Schunk zufolge, dass er ganz ohne Schiedsrichter auskommt: Gibt es ein Foul, bleiben alle Spieler auf der Stelle stehen und die betroffenen Spieler diskutieren die Sache unter sich aus. Kann keine Einigung erzielt werden, was ganz selten vorkomme, wird der Spielzug einfach zurückgedreht und von da an weitergemacht. Dafür würden sogar Fairnesspokale verliehen.

An der Meisterschaft in Veenendaal nehmen 15 Teams teil, in der Gruppenphase trifft Deutschland auf Belgien, Slowenien, die Slowakei und die Schweiz, gegen welche Meyer mit dem deutschen Team auf der WM das Spiel um Platz sieben gewonnen hatte.

© SZ vom 04.08.2017
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