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Münsing:Neues Modell für den Pallaufhof

Günstigen Wohnraum zu schaffen ist schwieriger als gedacht

20 Prozent der Wohnfläche im neuen Wohngebiet am Pallaufhof sollten ursprünglich im Einheimischenmodell vergünstigt an bedürftige Familien abgegeben werden. Bei seiner jüngsten Sitzung hat sich der Gemeinderat nun aber gegen dieses Modell ausgesprochen. Die aktuelle Rechtsprechung bis hinauf auf die europäische Ebene sei zu komplex. Sie setze andere Maßstäbe als bisher bekannt und ortsüblich, lautete die Begründung.

Die Gemeinderäte Christoph Bühring-Uhle (SPD) und Josef Leis (Freie Wähler) stimmten gegen den Beschlussvorschlag, nach dem es dabei bleibt, dass der Wohnraum zu 60 Prozent an Einheimische vergeben werden soll. Bühring-Uhle hatte beantragt, 80 Prozent der Wohnungen an Ortsansässige zu vergeben. Denn ursprünglich sollten 60 Prozent an Gemeindebürger gehen und zusätzlich 20 Prozent nach dem Einheimischenmodell vergeben werden.

Das für das Wohngebiet vorgesehene Baugemeinschaftsmodell passe nicht mit dem Einheimischenmodell zusammen, sagte Bürgermeister Michael Grasl. Das hätten Vorgespräche gezeigt. Lege man die Rechtsprechung auf europäischer Ebene zugrunde, wäre es unzulässig, am Kriterium von 15 Jahren Ortsansässigkeit festzuhalten, was das Einheimischenmodell bisher voraussetze. Wende man das Modell an, entstünden in der Baugemeinschaft zwei Gruppen, die unterschiedlich zu behandeln seien. So schilderte Grasl die Problematik. Im Übrigen gebe es bisher keine Bewerber, die Wohnungen nach den Kriterien des Einheimischenmodells nachfragten. Laut Grasl möchte die Gemeinde das Einheimischenmodell im kommenden Jahr überarbeiten.