bedeckt München 23°
vgwortpixel

Freizeit in Wolfratshausen:Stadtrat will Dreifachhalle bauen

Vereine sollen neue Sportstätte erhalten, jedoch nicht im Zuge der Schulsanierung

Der Wolfratshauser Stadtrat erwägt den Bau einer neuen Dreifachturnhalle. Bei der jüngsten Sitzung haben sich alle Fraktionen bereit erklärt, die Planung der von den Vereinen geforderten zusätzlichen Sportstätte voranzutreiben. Allerdings wird sie nicht, wie von der CSU vorgeschlagen, im Zuge der Generalsanierung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg entstehen. Auch der Standort ist derzeit noch unklar.

Die Diskussion um die Halle, die die Sportvereine der Stadt angesichts dringend benötigter Kapazitäten fürs Training fordern, kam auf, als der Stadtrat über die Schulsanierung befinden sollte. Im Zuge des umfangreichen Umbaus stand die Option im Raum, die bestehende Dreifachturnhalle der Schule aufzustocken und um eine Einfachhalle zu erweitern. Je nach Ausführung hätte das 4,7 oder 5,8 Millionen Euro gekostet. Die Stadträte lehnten dies jedoch einstimmig ab - auch weil nach Angaben der Schulleitung die bestehende große Halle für die Schüler ausreicht.

Die CSU hatte auf Anregung von Alfred Fraas den Vorschlag gemacht, im Zuge der Generalsanierung gleich eine neue Dreifachturnhalle auf dem Schulgelände zu errichten. Der bestehende Tartanplatz, der den Schülern als Pausenhof dient, könne anschließend auf das Hallendach verlegt werden. Der Stadtrat hatte beschlossen, diese Variante prüfen zu lassen. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) konnte zwar in der Sitzung keine planerische Kostenaufstellung vorlegen, lieferte aber Vergleichszahlen. Laut Tischvorlage hat die Penzberger Dreifachturnhalle etwa 12,4 Millionen Euro gekostet, die in Geretsried geplante soll nach derzeitiger Schätzung mit 10,6 Millionen Euro zu Buche schlagen. Errichten könne man die Halle ohnehin nicht im Zuge der Schulsanierung, erklärten Heilinglechner und Thomas Wenig vom Bauamt. Dafür sei eine eigene europaweite Ausschreibung nötig.

Der Bürgermeister berichtete von den Plänen des Kollegs St. Matthias in Waldram, das für seine Schüler eine Turnhalle errichten wolle. Um schneller an Hallenplätze für die Vereine zu kommen, biete sich eine Kooperation mit dem Ordinariat an, sagte der Bürgermeister. Da sich dort aber laut Heilinglechner nur eine kleinere Halle errichten lässt, sahen die Stadträte darin keinen Ersatz. "Die Vereine benötigen eine Dreifachturnhalle für Wettbewerbssportarten", sagte CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl. Offen bleibt, wo die Halle entstehen soll. Den von der CSU ins Spiel gebrachten Standort auf dem Schulgelände mit Pausenhof auf dem Dach sahen Annette Heinloth (Grüne) und Ulrike Krischke (BVW) kritisch. Wie es mit den Plänen weitergehen könnte, erläuterte SPD-Sprecher Fritz Meixner: Der Stadtrat fasst einen Grundsatzbeschluss für die neue Dreifachhalle, dann werden alle Möglichkeiten im Stadtgebiet geprüft. Schließlich entscheidet der Stadtrat über den Standort und vergibt den Auftrag.

Die Schulsanierung wird auch ohne Turnhalle teuer: 30 Millionen Euro soll sie nach derzeitigem Stand kosten, Tendenz steigend. Die Entscheidung über eine Tiefgarage mit 38 Lehrerstellplätzen für 1,8 Millionen Euro hat der Stadtrat vertagt. Um den Kosten-Nutzen-Faktor zu erhöhen, soll nun eine Erweiterung der Garage geprüft werden.