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Finanzen:Gut gewirtschaftet

Baustellen-Radtour mit dem Bürgermeister

Stadtbaumeister Florian Ernst erläuterte die Kostenprognosen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Bad Tölz spart Kosten bei Großprojekten

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Mit den Kosten, die eine Stadt für ein Bauprojekt schultert, verhält es sich umgekehrt wie mit dem Wetterbericht: Die Prognosen der Meteorologen stimmen für die nächsten drei Tage und werden danach immer ungenauer, die Zusammenstellung der Bauausgaben bewegt sich anfangs eher im Ungefähren und wird am Ende konkret. Nimmt man die derzeitigen Kostenprognosen für die drei großen Hochbauprojekte in Bad Tölz zusammen, bleibt unterm Strich insgesamt ein Plus von gut 834 000 Euro stehen. Lediglich das neue Mehrfamilienhaus, das die Stadt an der Königsdorfer Straße für weniger betuchte Familien errichtet, wird um circa 185 000 Euro teurer und kommt nun auf knapp 3,69 Millionen Euro.

Die entsprechenden Zahlen gab Stadtbaumeister Florian Ernst in der jüngsten Sitzung des städtischen Haupt- und Finanzausschusses bekannt. Dabei unterrichtete er die Stadträte zunächst in einem kleinen Crashkurs, wie das Planungs- und Leistungsmanagement nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure aussieht: Phase eins ist das Entwurfsstadium mit Grundlagenermittlung, Vorplanung und einer Kostenberechnung, Phase zwei die Bauvorbereitung mit Ausführungsplanung, Vergabe und Kostenanschlag, Phase drei die Projektumsetzung mit Objektbetreuung und der Kostenprognose. Und eben die sieht für den viergruppigen Kindergarten, der im Herbst auf dem Areal der Jahn-Grundschule eröffnet werden soll, ziemlich gut aus. Demnach zahlt die Stadt für den Neubau rund 4,06 Millionen Euro, dies sind etwa 250 000 Euro weniger als noch vor zwei Jahren berechnet. Ein Grund dafür ist, dass die Holzbau- und Zimmererarbeiten in der Ausschreibung günstiger waren als gedacht.

"Der Trockenbau ist fast fertig, die Fliesenarbeiten beginnen diese Woche", sagte Ernst zum Stand der Bauarbeiten am neuen Kindergarten. Dennoch könnte es sein, dass sich die Eröffnung vom September bis weit in den Oktober verschiebt. Der Betrieb, der den Boden verlegen soll, habe sich bisher trotz mehrmaliger Kontaktversuche nicht mehr gemeldet, erklärte Ernst. "Wir warten noch bis Mitte Juni, dann kommt die Kündigung."

Auch die Erweiterung der Jahnschule um den Komplex mit Einfachturnhalle, Mensa, Klassenzimmern und einem Proberaum für die Stadtkapelle kommt nach momentanem Stand preiswerter als erwartet. Die Kostenprognose liegt bei 11,67 Millionen Euro, ein Jahr zuvor wurden noch 12,44 Millionen berechnet. Dämmung und Bodenplatten seien fertig, im August oder September komme der Holzbau an die Reihe, so Ernst.

Die Kostensteigerung beim Mehrfamilienhaus an der Königsdorfer Straße erklärte der Stadtbaumeister mit der komplizierten Grundwasserlage, die man feststellte, als die Baugrube entstand. Der Einzug der Mieter ist für den 1. Oktober geplant. Die konnte sich ihr neues Zuhause unlängst bei einem Tag der offenen Tür schon einmal ansehen. "Sie waren Feuer und Flamme", erzählte Ernst.

© SZ vom 11.06.2021
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