Ehrungen Beispielhaftes Engagement

Die Ausgezeichneten und ihre Laudatoren: Ewald Brückl, Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Paul Brauner und Günther Eibl (von links).

(Foto: Hartmut Pöstges)

Paul Brauner und Ewald Brückl erhalten im Rahmen eines Festakts die Bürgermedaille der Stadt Wolfratshausen

Von Konstantin Kaip, Wolfratshausen

Die Stadt Wolfratshausen hat zwei neue Träger der Bürgermedaille: Paul Brauner und Ewald Brückl haben am Dienstagabend im Rathaus bei einem Festakt die Auszeichnung der Stadt erhalten, die seit 1977 für "verdienstvolles Wirken für das Wohl oder das Ansehen der Stadt" vergeben wird, wie es in den Regularien heißt. Brauner war der Stadtrat, Zweiter Bürgermeister und Mitglied in zahlreichen Vereinen, Brückl hat als langjähriger Hauptmann die Gebirgsschützenkompanie maßgeblich geprägt.

Beim Festakt im Sitzungssaal würdigte der Sprecher der CSU-Fraktion im Stadtrat, Günther Eibl, das "beeindruckende Lebenswerk" seines Parteifreundes Paul Brauner: Insgesamt 54 Jahre habe der in öffentlichen Ämtern gewirkt, 30 Jahre lang ein kirchliches Mandat ausgeübt, 31 Jahre im Vorstand der Baugenossenschaft verbracht, seit 53 Jahren sei Brauner Mitglied der CSU, rechnete Eibl vor. Noch beeindruckender sei allerdings das Engagement in verschiedenen Vereinen und Verbänden, das zusammengerechnet 313 Jahre ergebe - 74 davon in der Vorstandschaft.

Neben Brauners Wirken im Stadtrat, dem der Wolfratshauser 24 Jahre lang ununterbrochen angehörte, und im Kreistag, hob Eibl auch die Verdienste Brauners als Vorstand der Wolfratshauser Baugenossenschaft hervor: "mit viel Herzblut hast du die Baugenossenschaft vorangetrieben, sie zu dem entwickelt, was sie heute ist und für den Wohnungsbestand in Wolfratshausen Großartiges geleistet."Auch in seinem ersten verein, der Kolpingfamilie, habe sich Brauner seit 57 Jahren "mit großem Elan engagiert und eingebracht".

Ewald Brückl, der im Gehrock der Gebirgsschützen mit obligatorischem Birkhahnstoß am Hut erschienen war, wurde von Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) gewürdigt: 35 Jahre lang habe Brückl die Geschicke der Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen geleitet, sagte Heilinglechner. Er sei "ein wohl strenger Hauptmann" gewesen, der seinen Schützen viel Disziplin abverlangt habe. Mit der Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie 1983 samt Spielmannszug und Musikkapelle, die auf seine Initiative zurückgegangen sei, und seinem jahrzehntelangen Engagement habe Brückl "die Außenwirkung der Stadt Wolfratshausen um ein vielfaches erhöht und gleichzeitig die Tradition bewahrt und weitergeführt", sagte der Bürgermeister.

Auch der Ausbau und schließlich der Kauf des Schützenhauses Sankt Sebastian seien von Brückl maßgeblich initiiert worden, sagte Heilinglechner. Als Hauptmann der Gebirgsschützen habe Brückl zahlreiche Veranstaltungen mit überregionaler Strahlkraft organisiert, von denen das Patronatstreffen 1999 in Wolfratshausen mit mehr als 4000 Gebirgsschützen aus dem gesamten Alpenraum besonders in Erinnerung bleibe. "Insbesondere die Sitte des wehrhaften Brauchtums gilt es für ihn zu bewahren und weiterzugeben."

Brückls Engagement für die Gebirgsschützen wirke "weit über die Stadtgrenzen hinaus", konstatierte der Bürgermeister. So sei ihm die "Pflege der gemeinsamen kulturellen Werte" mit den Südtiroler Gebirgsschützen am Herzen gelegen, die seine Kompanie immer wieder besucht habe. Für sein Wirken habe Brückl bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, etwa das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten und die Isar-Loisach-Medaille. "Die Stadt Wolfratshausen kann sich glücklich schätzen, einen solchen Bürger zu haben", erklärte Heilinglechner.

Nach der Verleihung der Medaillen würdigten die Fraktionssprecher Josef Praller (BVW) und Fritz Meixner (SPD) in kurzen reden die Preisträger, bevor sie selbst Gelegenheit hatten, sich zu bedanken. Brauner nutzte seine Rede für eine Mahnung, sich mehr ehrenamtlich zu engagieren: "Wenn jeder gemäß seinen Fähigkeiten einen Beitrag leistet, ist es um unsere Heimat sicher nicht schlecht bestellt", sagte er. "Eine demokratische Gesellschaft funktioniert nur, wenn man sich einbringt." Das sei auch eine Verpflichtung. Brückl sah in der Bürgermedaille auch eine "Auszeichnung für die Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen", die mehr als 500 Jahre alte Tradition der Bürgerwehr fortführe und bei zahlreichen Veranstaltungen zwischen Brüssel und Rom "Botschafter unserer Stadt ist".

Mit den Verleihungen von Dienstag wurde die Wolfratshauser Bürgermedaille inzwischen 30 mal vergeben - 19 der ausgezeichneten Bürger sind bereits gestorben. Zuletzt bekam Hubert Lüttich 2015 die Medaille für seine Verdienste ums Heimatmuseum. 1984 wurde sie gleich an fünf Bürger vergeben.