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Corona-Vorsorge:Hohe Inzidenz, aber keine Fälle

Am Klinikum Penzberg ist die Covid-19-Lage entspannt

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Wer hätte jemals geahnt, dass in der Bundesrepublik der Katastrophenfall wegen einer Pandemie ausgerufen würde? Claus Rauschmeier, Geschäftsführer des Klinikums Penzberg, erinnert sich an das Frühjahr 2020 und meint dazu: "Das hatte doch keiner auf dem Schirm." Damals musste sich das Krankenhaus binnen kürzester Zeit auf die Versorgung von Covid-19-Patienten und den Schutz des eigenen Personals und der anderen Patienten einstellen. Diese "Strukturen", wie Rauschmeier es nennt, habe man beibehalten. Daher sei man in Penzberg bestens auf eine zweite Corona-Welle vorbereitet.

Die momentane Situation stelle sich anders dar als im Frühjahr, sagt der Geschäftsführer. Zu Beginn der ersten Welle hätten sich die Infektionszahlen und die stationär aufgenommenen Covid-Erkrankten nahezu die Waage gehalten. Nun stiegen zwar die Infektionszahlen, vor allem junge Menschen seien betroffen. Im Klinikum Penzberg ist es indes ruhig. Derzeit gebe es keine Intensivpatienten. Ein ernster Verdachtsfall habe sich nicht bestätigt. "Stationär ist es also relativ ruhig", sagt Rauschmeier. "Das muss allerdings nicht so bleiben."

Weil niemand die weitere Entwicklung vorhersagen könne, sei es weise gewesen, an "vielen guten Strukturen" festzuhalten, so der Geschäftsführer. Es gebe einen pandemiebeauftragten Arzt, die Mitarbeiter würden regelmäßig getestet. Dabei setzt das Penzberger Klinikum verstärkt auf den Schnelltest der ortsansässigen Firma Roche. Auch die Regelungen für die Besucher wurden beibehalten. "Die Angehörigen und die Patienten haben gut mitgemacht", betont Rauschmeier. Weiterhin gilt, dass nur eine Person einen Patienten besuchen darf - und zwar stets dieselbe. Ausnahmen gibt es für Kinder, die stationär behandelt werden. Besucher werden am Haupteingang mit allen Kontaktdaten und ihrem Gesundheitszustand erfasst. Das bedeutet, dass bei ihnen vorab Fieber gemessen wird. Zum Hygienemanagement gehört natürlich auch das Tragen von Mund-Nasen-Masken. Ein Besuch ist nur einmal täglich für eine Stunde zwischen 10 und 16 Uhr möglich. In Zwei- und Mehrbettzimmern kann grundsätzlich jeweils nur ein Patient Besuch empfangen. Überdies werden Patienten in Penzberg nur mit einem negativen Corona-Test stationär aufgenommen. Sollte es erforderlich sein, kann umgehend eine Isolationsstation in Betrieb genommen werden. Laut Rauschmeier werden dafür sieben Betten in der Abteilung Innere Medizin freigehalten.

Das Klinikum in Penzberg ist ein kommunales Krankenhaus der sogenannten Grund- und Regelversorgung mit 100 Betten. Es gehört zur Starnberger Kliniken GmbH.

© SZ vom 24.10.2020
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