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Christkindlmarkt:Das Wetter ist schuld

Tölzer Christkindlmarkt registriert weniger Besucher als im Jahr 2016

Die Zahl der verkauften Tombola-Lose ist ein erster Indikator, wie gut der Tölzer Christkindlmarkt gelaufen ist. Die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier kann also schon am Mittwoch sicher sein, dass weniger Besucher als im Vorjahr gekommen sind. 26 500 Lose gingen ihren Angaben nach im Advent 2017 über die Standltheke - und damit rund 2000 weniger als 2016. Den Hauptgrund dafür sieht sie im Wetter. Das sei schlechter gewesen als in den vergangenen Jahren. Es habe viel geregnet und wenig geschneit, was die Gäste kaum zum Verweilen eingeladen habe, sagt sie. Trotzdem wertet Frey-Allgaier den am Samstag zu Ende gegangenen Christkindlmarkt als Erfolg: "Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden", stellt sie fest.

Im vergangenen Advent hat die stellvertretende Kurdirektorin den Markt zum zweiten Mal organisiert. In ihrem Konzept, mehr Kunsthandwerk und mehr Vereine einzubinden, fühlt sie sich bestätigt. Erstmals gab es heuer drei Wechselhütten. In der Handwerkerhütte und dem -pavillon zeigten die Aussteller ihre Kunst. In einem eigenen Stand präsentierten sich die italienische Partnerstadt San Giuliano Terme, die Tölzer Montessorischule sowie der türkische Fußballverein Genclikspor und der SC Rot-Weiss aus der Kreisstadt.

"Das war wirklich multikulturell", sagt Frey-Allgaier. "So wie man es sich vorstellt." Für die Zukunft wünscht sich die stellvertretende Kurdirektorin noch mehr Vereine und Kunsthandwerk am Christkindlmarkt. Das lasse sich allerdings nur Schritt für Schritt verändern, nicht von heute auf morgen. Gleichzeitig liege darin die Chance, noch attraktiver für Besucher zu werden. Denn die Konkurrenz zu den immer mehr werdenden Christkindlmärkten vor allem in Süddeutschland sei groß.

Allerdings muss aus Sicht von Frey-Allgaier die Balance gewahrt werden. Denn nach wie vor zählten die Gastronomiestände zu den beliebtesten. Die Besucher schauten sich zwar gerne an den Ständen um, wollten aber vor allem auf ihren Glühwein und einen Imbiss nicht verzichten. Zusätzlich zur traditionellen Bratwurst ist Frey-Allgaier für neue Ideen offen. Der Stand von Schwingshackl Esskultur mit den gebratenen Enten oder der zweite Käsestand kämen schon jetzt sehr gut an, berichtet sie.

Heuer ist der Tölzer Christkindlmarkt ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen. "Es gab keine Stromausfälle. Das Rahmenprogramm mit den Auftritten verschiedener Musikgruppen ist gut verlaufen", ist Frey-Allgaier froh. Nach ersten Gesprächen mit einigen Standbetreibern sei der verkaufsoffene Sonntag gleich zu Beginn des vierwöchigen Marktes der stärkste Tag gewesen. Auch der Samstag vor dem Heiligen Abend sei sehr gut besucht gewesen. Der Familientag habe sich erfolgreich entwickelt. "Wir werden den sicher so weiterführen", sagt Frey-Allgaier. Und auch die zusätzlichen Toilettencontainer am Bürgergarten hätten sich bewährt.

An der Anzahl der etwas weniger als 50 Stände in der Markstraße wird sich auch in den kommenden Jahren nichts mehr ändern. Denn um mehr aufstellen zu können, fehlt einfach der Platz.