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Besuch aus Linz:Start im dritten Anlauf

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Bernhard Prammer kommt mit dem Ensemble Colcanto in die Schäftlarner Klosterkirche.

(Foto: Veranstalter)

Das "Ensemble Colcanto" konzertiert in Schäftlarn

Auf ein energiegeladenes Kammerensemble aus Linz dürfen sich die Gäste der Schäftlarner Konzerte einstellen, wenn am Samstag, 18. Juli, barocke "Glanzlichter" erklingen. "Die Leute freuen sich so unglaublich darauf, wieder auftreten zu dürfen", sagt Veranstalter Michael Forster, "es ist schon erstaunlich, wie stark der Trieb zu spielen ist." Er hingegen wird sich in der Klosterkirche Schäftlarn ausnahmsweise genüsslich zurücklehnen dürfen - die Leitung des Ensembles Colcanto übernimmt Bernhard Prammer.

Bis zum Wochenende hatten Forster und sein Team noch befürchtet, nach den ersten beiden Konzerten der Saison - "Frühlingswind" im Mai und "Streicherhimmel" im Juni - auch noch das dritte Konzert der Abo-Reihe absagen zu müssen. Mit den jüngsten Lockerungen der Corona-Bestimmungen sieht er nun wieder zuversichtlich in den Sommer. "Es geht weiter! Wir sind da!" Auf dem Programm stehen Werke von Georg Philipp Telemann (Trompetenkonzert, Orchestersuite Don Quichotte) und Johann Sebastian Bach ("Jauchzet Gott in allen Landen"). Solisten sind Monika Mauch (Sopran), Wolfgang Gaisböck (Trompete) und Bernhard Prammer (Cembalo). Alle Musiker spielen auf historischen Instrumenten.

Damit in der Kirche, die eigentlich Platz für fast 500 Besucher bietet, die vorgeschriebenen Mindestabstände eingehalten werden können, haben sich die Künstler bereit erklärt, ihr Programm zweimal zu spielen - vor jeweils 100 Gästen. Das erste Konzert beginnt um 16 Uhr, das zweite um 19 Uhr. Abonnenten werden angeschrieben und können ihren Wunschtermin nennen. Sie erhalten dann eine personalisierte Platzkarte. Wer Interesse an Einzelkarten hat, kann sich per Mail auf eine Warteliste setzen lassen.

Was Forster sehr freut: Bislang hätten die meisten Abonnenten kein Geld für die ausgefallenen Konzerte zurückgefordert. "Dafür sind wir sehr dankbar", sagt er. "So können wir unsere Freiberufler bezahlen, viele stehen derzeit vor dem Nichts."

Auch für die beiden geplanten Orchesterkonzerte im Herbst, "Spätsommerlieder" im September und "Schluss mit Mozart" im Oktober, hat Forster mittlerweile einen Notfallplan geschmiedet. Sollte sich abzeichnen, dass die Musiker auf der Bühne nicht die Mindestabstände einhalten könnten, werde er das Programm auf Kammerkonzerte umstellen. Die beiden Solisten hätten ihm bereits ihre Zustimmung zugesichert. Bariton Alejandro Marco-Buhrmester würde dann im September voraussichtlich englische Lieder singen. Und die Violinistin Sarah Christian würde die Saison mit den "Vier Jahreszeiten" von Vivaldi und Astor Piazzolla beenden. Auch diese Programme seien äußerst reizvoll, sagt Forster. "Ich werde alles dafür tun, dass wir zumindest ein paar Konzerte spielen können."

Kartenbestellung an tickets@schaeftlarner-konzerte.de, Infos unter www.schaeftlarner-konzerte.de

© SZ vom 24.06.2020 / stsw

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