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Berufsverkehr:Drei Wochen ohne S-Bahn

Zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth setzt die Bahn von Samstag, 19. Mai, bis Samstag, 9. Juni, Busse ein.

(Foto: WOR)

Die Strecke der S 7 wird zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth saniert. Pendler befürchten Ärger beim Busverkehr

Carina Schmotz sitzt in der S-Bahn und nimmt ihr Frühstücksmüsli zu sich. Sie gehört zu den zahlreichen Pendlern, die täglich mit der S 7 zwischen München und Wolfratshausen fahren, um zur Arbeit oder in die Schule zu kommen. "Ich habe mir ab nächster Woche extra zwei Wochen Urlaub genommen", sagt sie. Der Grund: Von Samstag, 19. Mai, 1.45 Uhr bis Samstag 9. Juni, 5.20 Uhr finden umfangreiche Sanierungs- und Ausbauarbeiten auf der S-Bahn-Strecke zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen statt. Dabei wird der Wolfratshauser Bahnsteig blindengerecht gestaltet und der Lärmschutz verbessert. Für den genannten Zeitraum richtet die Bahn einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen ein.

Die S 7 macht nicht selten Schlagzeilen: Zugausfälle, Verspätungen oder Signalstörungen sind die Gründe. Jene Irritationen gehören für viele Pendler schon zu den gewohnten Ärgernissen. "Zum Glück fahre ich Freitag das letze Mal auf dieser Strecke. Besonders für ältere Menschen ist die Umstellung auf den Schienenersatzverkehr eine Herausforderung", sagt der Rentner Johann Wick. Der Schienenersatzverkehr sei oft viel zu unübersichtlich ausgeschildert.

Vom kommenden Samstag an verkehren die Busse im 20-Minuten-Takt zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen. Dies sei mit Schildern angemessen kenntlich gemacht, erklärt die Bahn in einer Pressemitteilung. Wegen der längeren Fahrtzeiten der Busse verschöben sich die Abfahrtszeiten an den Stationen auf der Strecke. Wer nach München möchte, muss sich nach Angaben der Bahn auf eine 20 Minuten längere Reise als sonst einstellen. In Wolfratshausen fahren die Busse zur gewohnten Zeit der üblichen S-Bahnen.

Um den Passagieren einen größeren Zeitverlust zu ersparen, lässt die Bahn die Busse teilweise nicht direkt an den Bahnhöfen halten, sondern an der parallel verlaufenden Bundesstraße 11. Kinderwagen und Rollstühle können befördert werden, Fahrräder hingegen nicht.

Das Sanierungsprogramm für die Strecke der S 7 umfasst rund 4,5 Millionen Euro. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben in diesen Streckenabschnitt, um neue Gleise zu verlegen, einen modernen Bahnsteig für Wolfratshausen zu errichten und den Lärmschutz für die gleisnahen Anwohner auszubauen.

Der Bahnsteig wird blindengerecht

Dazu werde eine sogenannte Schienenkonditionierungsanlage eingebaut, die durch regelmäßiges Aufbringen eines biologisch abbaubaren Schmiermittels die Schleifgeräusche bei Kurvenfahrten minimieren soll. Sieben Weichen finden keinerlei Einsatz mehr und werden deshalb abgebaut. Darüber hinaus erhält der Bahnhof eine neue Bahnsteigoberfläche, die mit einem Blindenleitsystem versehen ist.

Die Umbauarbeiten erstrecken sich abschnittsweise: Zwischen Baierbrunn und Ebenhausen-Schäftlarn sollen mehr als zehn Kilometer neue Schienen ausgelegt, 7800 Schwellen ausgetauscht sowie rund 21 000 Tonnen Schotter ausgeschüttet werden. Zudem sollen fünf Bahnübergänge neue Beläge bekommen.

Weil die Arbeiten rund um die Uhr stattfinden, bittet die Bahn um Verständnis für Lärm, Baustellenverkehr und längere Fahrtzeiten. Für Miriam Rother, die täglich pendelt, ist das kein Problem: "Ich stehe einfach früher auf, denn ein Morgenmuffel bin ich schließlich nicht."

Fahrplaninformationen und Hinweise zu den SEV-Haltestellen unter https://bauinfos.deutschebahn.com/bayern; Kundendialog: 089/20 35 50 00