Antrag abgelehnt:Bahnhof wird kein Denkmal

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Landesamt spricht sich dennoch für Erhalt des Gebäudes aus

Der Penzberger Bahnhof wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Ebenso sieht das Landesamt für Denkmalpflege in München die Voraussetzungen nicht für gegeben, die Gebäude entlang der Philippstraße unter Ensembleschutz zu stellen. Das berichtete Stadtbaumeister Justus Klement kürzlich im Bauausschuss. Enttäuscht über diese Entscheidung zeigte sich der Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte, der die Aufnahme in die Denkmalliste angeregt hatte. Vor allem die "schlampige Stellungnahme" aus dem Landesamt für Denkmalpflege enttäuscht Vorsitzenden Max Kapfer. Er denkt darüber nach, eine Beschwerde "an höherer Stelle" einzureichen.

Im Jahr 2016 hatte der Verein den Ensembleschutz für die Philippstraße und die Aufnahme des Bahnhofs als Einzeldenkmal beantragt. Zwei Jahre später kommt nun die Antwort aus München. Oberkonservator Detlef Knipping wiederholt in seinem Schreiben im Großen und Ganzen die Gründe, die schon einmal zu einer Ablehnung geführt hatten. Allerdings heißt es in dem Schreiben auch: "Unabhängig davon hat es als Bahnhofsgebäude eine gewisse ortsgeschichtliche und städtebauliche Bedeutung für die Entwicklung der Stadt Penzberg. Insofern begrüßt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ausdrücklich die Bemühungen der Stadt zur Erhaltung des Gebäudes."

Dass der Bahnhof erhalten werden solle, betonte Klement. Der Stadtrat habe dies beschlossen. Darauf werde man beim Bebauungsplanverfahren für dieses Areal achten. Auch solle die Philippstraße als Bauabschnitt 3 der Innenstadtsanierung eine Aufwertung erhalten. Die Fahrbahn soll verschmälert und neue Bäume gepflanzt werden.

Dass man auf diese Stellungnahme zwei Jahre habe warten müssen, obschon sie inhaltlich fast identisch mit jener aus dem Jahr 2004 sei, verwundere ihn schon, kommentierte Max Kapfer. "Angestrengt hat er sich nicht." Auch dass der Fachmann aus dem Landesamt in seinem Schreiben den Architekten, der für Penzberg einen Generallinienbebauungsplan in den 1920er-Jahren entwarf, als "Stefan Lindner" bezeichnet wird, obschon er Josef Linder heißt, lässt den Vorsitzenden nur noch mit dem Kopf schütteln.

Besonders weh tue ihm die Absage an den Ensembleschutz. Vor allem, weil er in den kommenden Jahren mit Bauanträgen von Privatseite in der Philippstraße rechnet, die das harmonische Gesamtbild mit den historischen Gebäuden erheblich stören könnten. "Wir hatten gehofft, das die ortsgeschichtliche Bedeutung des Bahnhofsgebäudes mehr gewürdigt würde", so der Vorsitzende.

© SZ vom 12.07.2018 / veca - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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