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Verkehrspolitik:Linke fordern Stopp der zweiten Stammstrecke

Die Münchner Linken fordern einen sofortigen Baustopp für den zweiten S-Bahn-Tunnel. Mit Verweis auf die kürzlich verkündeten Umplanungen bei dem bereits begonnenen Projekt sei es "höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen", erklärt Kreissprecher Ates Gürpinar. Auf verkehrspolitische Abenteuer wie den Berliner Flughafen oder den Stuttgarter Hauptbahnhof könne München gut verzichten. "Woher die Deutsche Bahn sich die Sicherheit nimmt, trotz höherer Kosten und Zeitaufwand immer noch im Plan zu bleiben, erschließt sich uns nicht", so Gürpinar.

Vielmehr belege der "Totalumbau" die Befürchtung der Linken, dass die zweite Stammstrecke von Anfang an nicht vorausschauend geplant gewesen sei. Gürpinar schlägt vor, stattdessen den Nord- und Südring für den S-Bahn-Verkehr auszubauen, den Hauptbahnhof maßvoll zu sanieren, die S-Bahn-Außenäste zu ertüchtigen und das Tramnetz massiv zu erweitern. So lasse sich der Verkehrs- und Klimakollaps in München viel effizienter lösen, finden die Linken.

Die Bahn hat die Pläne für das Großprojekt verändert, unter anderem gibt es nun einen Rettungsstollen, der zwischen den Gleisröhren verläuft. Zudem werden im Untergrund des Hauptbahnhofs Vorbereitungen für die erst später zu bauende neue U-Bahn-Linie U 9 getroffen. Die unterirdische Station am Ostbahnhof befindet sich nun nicht mehr am Orleansplatz, sondern an der Friedenstraße. Die Bahn spricht von 100 bis 200 Millionen Euro Mehrkosten, die aber noch von einem Puffer aufgefangen würden.